Beim Fernwandern auf dem Frankensteig in Bayern sollten Sie es langsam angehen lassen.

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Beim Fernwandern auf dem Frankensteig in Bayern sollten Sie es langsam angehen lassen.

Der Frankenwaldsteig ist eine Entdeckertour. Auf den Etappen zwischen Kulmbach und Bad Steben begegnet man Humboldt, der Wildnis, der Renaissance und sich selbst.

Bei einer Fernwanderung auf dem Frankensteig sollten Sie sich entschleunigen.

Dieser Blauton! Das Moos ist ungewöhnlich leuchtend grün, als hätte man es fein säuberlich wie Kunstgras über den Waldboden gestreckt. Die Natur hingegen hat allein gearbeitet. Die Wurzeln der Bäume strecken sich wie Krallen oder Tentakel aus. Durch die beiden schlängelt sich der Weg durch den Wald, steigt zwischen Steinen empor und führt schließlich zum Peterlesstein. Der Magnetberg des Frankenwaldes hat mit seinem Magnetit schon immer die Kompassnadeln verwirrt. Aber keine Sorge: Die Route des Frankenwaldsteigs ist gut ausgeschildert. Ungenau ist nur der Begriff Steig, der im Wörterbuch “steiler, schmaler Pfad” bedeutet, was natürlich eine Übertreibung ist. Auch Anfänger können den 242 Kilometer langen Fernwanderweg genießen. Sie sollten die 132 Kilometer zwischen Kulmbach und Bad Steben in sieben Tagen bewältigen können.

Der erste Tag (17 km)

Das Deutsche Zinnmuseum, oberhalb von Kulmbach auf der Plassenburg gelegen, zeigt eine eigene kleine Welt. Am Flussufer versammeln sich Schaulustige, um zum Beispiel mitzuerleben, wie ein Bäcker als mittelalterliche Strafe für die Herstellung zu kleiner Brötchen ins Wasser getaucht wird. Die Figuren sind winzig, etwa so groß wie ein Fingernagel, und sie sind alles andere als verstaubt. Insgesamt gibt es Zehntausende von ihnen. Ein erster Abstecher auf den Frankenwaldsteig, der hier verläuft und die Entdeckung der Langsamkeit fördert, lohnt sich. Dichte Wälder lassen nur wenig Licht herein, im Unterholz sprießen Farne, die Baumstämme tragen moosbewachsene Stiefel. Dostojewski sagt: “Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorbeigehen kann, ohne entzückt zu sein.” In diesem Sinne stellt die Route eine Reihe von glücklichen Momenten dar, ohne jedoch die Zivilisation völlig zu verlassen. Schließlich will man unterwegs ja auch übernachten und sich mit Vorräten eindecken. Das Etappenziel ist die Familienbrauerei Schübel in Stadtsteinach. Jürgen Münch, 54, war Elektriker, bevor er in die Familie einheiratete und zum Braumeister wurde. Der Unterschied: “Wenn man bei Reparaturen einen Fehler macht, knallt es sofort oder funktioniert nicht. Als Brauer merkt man das wochenlang nicht.” Bier sei immer wichtiger geworden, so Münch. Das Getränk wird mittlerweile genauso zelebriert wie der Wein. Auf der … Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine weitere Nachricht.

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