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Technik

Xiaomis neue Wette: Warum diesmal nicht die größte Batterie gewinnt

Der Smartphone-Markt hat sich in eine stille Materialschlacht verwandelt. Immer größere Akkus, immer dickere Zahlen auf dem Datenblatt: 10.000 mAh sind keine Seltenheit mehr, sogar Geräte mit 15.000-mAh-Batterien befinden sich bereits in der Entwicklung. Doch ausgerechnet Xiaomi schlägt zum Jahresauftakt einen anderen Ton an. Statt sich am reinen Akku-Volumen zu messen, inszeniert der Konzern einen Wettbewerb um etwas, das für Nutzer am Ende entscheidender ist: die reale Laufzeit.

Genau darauf zielte ein offiziell ausgerufener „Ausdauer-Test“ ab, den Xiaomi in China veranstaltete. Vier Smartphones traten gegeneinander an – und das Ergebnis fiel für die reine Zahlenlogik überraschend aus. Der neue REDMI Turbo5 Max, ausgestattet mit einem 9.000-mAh-Akku, setzte sich gegen ein Konkurrenzmodell mit sogar 10.000 mAh durch.

Im Testfeld standen neben dem Turbo5 Max drei nicht näher benannte Wettbewerber:
Ein Gerät A mit 10.000 mAh, ein Gerät B mit 9.000 mAh und ein Gerät C mit 8.300 mAh. Am Ende lag Xiaomis Modell vorn, gefolgt von Gerät A, dann Gerät C und schließlich Gerät B. In konkreten Zeiten ausgedrückt: Der REDMI Turbo5 Max hielt 11 Stunden und 10 Minuten durch, Gerät A kam auf 10 Stunden und 27 Minuten. Mit anderen Worten: Weniger Kapazität, aber mehr Ausdauer.

Laufzeit als neues Verkaufsargument

Xiaomi nutzt das Ergebnis, um eine Verschiebung der Debatte zu markieren. In einer Branche, die sich zuletzt fast ausschließlich über immer größere Batteriezahlen definierte, soll nun Effizienz wieder zum zentralen Argument werden. Der Akku des Turbo5 Max kommt auf eine Energiedichte von 894 Wh/L und ist laut Hersteller für 1.600 Ladezyklen ausgelegt. Konzernchef Lei Jun legte zusätzlich nach: Zum Verkaufsstart gibt es eine fünfjährige Batterie-Garantie. Fällt die Akkugesundheit in diesem Zeitraum unter 80 Prozent, wird der Akku kostenlos ersetzt.

Damit versucht Xiaomi, ein altes Käuferproblem zu entschärfen: die schleichende Alterung der Batterie. Fünf Jahre Garantie sollen die Sorge um den Wertverlust des Geräts zumindest theoretisch vom Tisch wischen.

Abseits der Akkudebatte positioniert sich der REDMI Turbo5 Max klar im oberen Mittelklasse-Segment. Das Design orientiert sich stark am Turbo 4 Pro: Zwei Kameras auf der Rückseite, beim neuen Modell ergänzt durch einen runden statt eines länglichen Blitzes. Daraus leiten Beobachter ab, dass auch die Displaygröße ähnlich bleibt – voraussichtlich rund 6,85 Zoll beziehungsweise etwa 6,83 Zoll. Geboten wird ein 1,5K-Panel mit 120 Hertz Bildwiederholrate, 3.840-Hertz-PWM-Dimmung und HDR10-Unterstützung.

Im Inneren arbeitet der neue Dimensity-9500s-Prozessor, der leistungsmäßig zwischen dem Dimensity 9400 und dem 9500 angesiedelt ist. Xiaomi kombiniert ihn mit LPDDR5X Ultra und UFS 4.1. In Spieletests, so heißt es, lieferten die Geräte stabile Bildraten auf Flaggschiff-Niveau. Hinzu kommen ein Metallrahmen, Ultraschall-Fingerabdrucksensor sowie vollständiger Schutz gegen Wasser und Staub.

Preislich wird der Turbo5 Max von Xiaomi selbst im Bereich um 2.500 Yuan eingeordnet. Entsprechend rechnen Marktbeobachter mit einem Startpreis von etwa 2.499 Yuan. Für dieses Geld bekämen Käufer ein Paket aus Dimensity-9500s-Chip, 9.000-mAh-Akku, großem 6,83-Zoll-Display, Ultraschall-Fingerabdrucksensor, Metallrahmen und maximaler Wasser- und Staubresistenz.

Ob diese Mischung reicht, um sich in einem zunehmend überfüllten Markt durchzusetzen, wird sich zeigen. Klar ist aber: Mit dem Turbo5 Max versucht Xiaomi, die Diskussion weg von bloßen Zahlen und hin zur tatsächlichen Nutzungserfahrung zu lenken – und setzt damit ein bewusstes Signal in einem Wettlauf, der bisher fast nur über immer größere Akkus geführt wurde.

Marek Steineren

Marek Steiner ist leitender Redakteur für die Kategorie Nachrichten bei Twittersmash. Er berichtet seit über sieben Jahren über aktuelle Entwicklungen in Idstein, der Region Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet. Nach seinem Masterstudium im Bereich Journalismus und Medienkommunikation arbeitete er als Reporter und Redakteur für regionale Medien. Sein Schwerpunkt liegt auf Lokalpolitik, Infrastruktur, Digitalisierung und wirtschaftlichen Themen mit direktem Bezug zur Region.

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