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Technik

Wowzi zahlt 770 Millionen KSh an afrikanische Micro-Influencer

Die kenianische Plattform Wowzi hat einen Rekordbetrag von 770 Millionen KSh an afrikanische Micro-Influencer ausgezahlt und dabei das „Creator Economy“-Modell als Lösung für die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in Afrika etabliert.

Die Ära des „arbeitslosen Hochschulabsolventen“ könnte sich in Afrika ändern, nicht durch staatliche Maßnahmen, sondern durch ein kenianisches Tech-Startup, das das bescheidene Smartphone in eine Kasse verwandelt hat. Wowzi, die Influencer-Marketing-Plattform, kündigte an, dass sie beeindruckende 770 Millionen KSh an afrikanische Content-Creator ausgezahlt hat. Dieser Schritt ist ein klares Zeichen für den Wandel in der afrikanischen Gig-Wirtschaft.

Ein neuer Wirtschaftszweig

Diese Zahl geht nicht an Prominente mit Millionen von Followern. Das Geld fließt in die Taschen von „Nano-Influencern“ – Universitätsstudenten aus Juja, jungen Müttern aus Kilifi und angehenden Kreativen aus Eldoret, die teilweise nur 250 Follower haben. Indem Wowzi Einfluss demokratisiert, hat es eine digitale „Fabrikhalle“ geschaffen, in der ein Tweet, ein Statusupdate oder ein TikTok-Video zu einer abrechnungsfähigen Arbeitseinheit wird.

„Wir haben erkannt, dass Menschen ihren Freunden mehr vertrauen als Werbetafeln“, sagt Brian Mogeni, CEO von Wowzi. „Wenn dein Nachbar dir sagt, dass eine Seifenmarke gut ist, kaufst du sie. Wir monetarisieren einfach dieses Mund-zu-Mund-werben.“

Mit den 770 Millionen KSh wird das „Creator Economy“-Modell in Afrika zunehmend akzeptiert. Marken lenken Budgets von traditionellen TV- und Radiowerbung hin zu einer Armee digitaler Geschichtenerzähler. Für einen jungen Kenianer, der mit einer Jugendarbeitslosenquote von 35 % konfrontiert ist, bedeutet das Verdienen von 3.000 KSh pro Woche durch das Posten über Banken oder Getränke nicht nur Taschengeld – es bedeutet Miete.

Pan-afrikanische Expansion

Die Auszahlung beschränkt sich nicht nur auf Kenia. Wowzi hat sich auch in Nigeria, Ghana und Südafrika aggressiv ausgebreitet und das „kenianische Modell“ des digitalen Arbeitens auf den Rest des Kontinents exportiert. Das Unternehmen beweist, dass Innovationen aus dem „Silicon Savannah“ skalierbar sind.

Die 770 Millionen KSh, die in die Jugendwirtschaft fließen, haben auch einen Multiplikatoreffekt. Das Geld wird für Datenpakete, mobile Transaktionsgebühren und lokale Konsumgüter ausgegeben. Es handelt sich um ein Wirtschaftsstimulans, das vollständig durch die private Sektornachfrage nach Konsumenten finanziert wird.

Doch mit großen Summen kommt auch große Kontrolle. Die Kenya Revenue Authority (KRA) hat bereits signalisiert, dass sie digitale Content-Creator besteuern möchte. Die Herausforderung wird darin bestehen, wie man einen 20-Jährigen, der 5.000 KSh pro Monat verdient, ohne die junge Branche zu strangulieren, besteuert.

Momentan ist die Auszahlung durch Wowzi ein Hoffnungsschimmer. Sie bestätigt die Idee, dass das Internet nicht nur ein Ort für Unterhaltung ist, sondern ein legitimer Arbeitsplatz. In der digitalen Ära ist dein Netzwerk tatsächlich dein „Net Worth“, und für Tausende afrikanischer Jugendlicher hat sich dieser Wert gerade massiv erhöht.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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