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Technik

Wajackoyah kündigt erneute Präsidentschaftskandidatur mit Cannabis-Programm an

George Wajackoyah, der Führer der Roots Party, hat seinen erneuten Anlauf für das kenianische Präsidentenamt angekündigt. In einem Fernsehinterview erklärte der exzentrische Professor, er werde bei der Wahl 2027 antreten und sein umstrittenes Programm zur Legalisierung von Cannabis wiederbeleben.

Wajackoyah behauptet, Präsident William Ruto sehe in ihm die einzige ernsthafte Bedrohung. „Ruto weiß, dass ich bei der nächsten Wahl kandidieren werde“, so der Politiker, der sich als Anti-Establishment-Alternative inszeniert. Er kritisierte die etablierte Opposition scharf wegen ihrer angeblichen Wirkungslosigkeit und Personalisierung der Politik.

Trauerzeit und Kampagnenstart

Aktuell befindet sich Wajackoyah in einer sechsmonatigen Trauerzeit für den verstorbenen Oppositionsführer Raila Odinga, den er „Baba“ nannte. „Ich werde meine Präsidentschaftskampagne nach meinen sechs Monaten Trauer für Baba beginnen“, sagte er. Aus Respekt vor seinen Prinzipien habe er es abgelehnt, der breit aufgestellten Regierung beizutreten.

Sein zentrales Wahlversprechen bleibt die Freigabe von Bhang, also Cannabis, für industrielle und medizinische Zwecke. Er bezeichnet dies als Allheilmittel für Kenias wirtschaftliche Probleme. Trotz eines früheren Eingeständnisses, dass einige Wahlversprechen von 2022 „Aufmerksamkeitstaktiken“ waren, beharrt er auf der Wirtschaftslogik: Der globale Cannabismarkt sei eine milliardenschwere Industrie, die Kenias Schulden tilgen und Millionen Jobs für Jugendliche schaffen könne.

Die wirtschaftliche Verzweiflung der Generationen Z und Millennials sieht er als Nährboden für seine radikalen Ideen im Jahr 2027. Diese Jugendlichen bildeten schon 2022 die Basis seiner Unterstützung.

Zwischen Protest und Politik

Wajackoyahs Auftritt bei der Wahl 2022, bei der er auch Schlangenzucht vorschlug, bewies, dass er Unmut einfangen kann, den etablierte Politiker übersehen. Indem er die Legalisierung als wirtschaftliche Notwendigkeit und nicht nur als soziale Freiheit darstellte, löste er eine nationale Debatte aus.

Die Frage bleibt, ob er Internetruhm in tatsächliche Stimmen umwandeln kann. Seine Rückkehr garantiert jedoch bereits jetzt Farbe und Kontroversen im beginnenden Wahlzyklus. Sicher ist, dass die Rufe nach „Wajackoyah the Fifth“ bald wieder erschallen werden.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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