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Ruto greift Nyoro scharf an: „Politische Täuschung“ bei Safaricom-Verkauf

Präsident William Ruto hat die Kritik von Kiharu-Abgeordnetem Ndindi Nyoro an der geplanten Veräußertung von Safaricom-Aktien scharf zurückgewiesen und sie als „politische Täuschung“ bezeichnet. Der Präsident verteidigte den Verkauf als notwendige Maßnahme zur Finanzierung wichtiger Infrastrukturprojekte und verstärkte damit die Spannungen innerhalb der Regierung von Kenya Kwanza bezüglich der Privatisierung staatlicher Vermögenswerte.

Der Streit um den Preis

Das Zentrum der Auseinandersetzung bildet der Preis der Aktie. Nyoro, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, hat vehement darauf bestanden, dass der Verkauf zu 34 Kenia-Schilling pro Aktie eine „Verräterei“ am öffentlichen Vertrauen darstelle. Er fordert einen Mindestpreis von 45 Schilling und warnt, dass das Land Milliarden verlieren könnte, wenn der Verkauf ohne ein transparentes internationales Ausschreibungsverfahren fortgesetzt wird. Nyoro bezeichnete den Deal als „Abzocke“ und warf den Verantwortlichen vor, die Regierung „in Geiselhaft“ zu nehmen.

Die Regierung unter Ruto kontert, dass der Verkauf „korrekt“ und auf den aktuellen Marktrealitäten basierend sei. Finanzminister John Mbadi betonte, dass der Deal für Kenia „immensen Wert“ freisetze und als Beispiel für eine effiziente Kapitalnutzung durch die Regierung diene. „Was Nyoro sagt, ist Politik“, sagte Mbadi und fügte hinzu: „Man bewertet ein Unternehmen nicht nach sentimentalen Werten, sondern nach den Marktgrundlagen.“

Die Dimensionen des Verkaufs

Der Verkauf umfasst etwa 6 Milliarden Aktien, wobei der Unterschied von 11 Schilling pro Aktie zwischen dem Angebotspreis von 34 Schilling und Nyoros Ziel von 45 Schilling eine massive Lücke von rund 66 Milliarden Kenia-Schilling im potenziellen Erlös bedeutet. Der Käufer ist Vodafone, das bereits ein bedeutender Anteilseigner von Safaricom ist. Nyoro argumentiert, dass dieser Schritt den Wettbewerb ersticke und anderen internationalen Investoren keine Chance gebe, den Preis zu erhöhen.

Die Regierung beabsichtigt, die Erlöse aus dem Verkauf in das Programm für erschwinglichen Wohnraum sowie in andere Infrastrukturprojekte zu investieren. Sie argumentiert, dass der Verkauf eines Teils des ausgereiften Vermögenswerts notwendig ist, um neue Wachstumschancen zu finanzieren.

In einer Rede vor Absolventenpraktikanten im Staatshaus in Nairobi ging Präsident Ruto scharf auf die Kritiker des Verkaufs ein. Er warf ihnen vor, die Öffentlichkeit mit populistischen Argumenten zu täuschen, um billige politische Punkte zu sammeln. Ruto erklärte, dass die Veräußern von Staatsvermögen ein gängiges Mittel für Regierungen sei, Kapital für wichtige Projekte umzuleiten. „Wir müssen den Mut haben, ausgereifte Vermögenswerte in neue Chancen umzuwandeln“, sagte Ruto und fügte hinzu: „Die, die jetzt schreien, betreiben politische Täuschung und wollen unsere Entwicklungsagenda behindern.“

Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und dem Abgeordneten offenbart tiefgreifende Spannungen innerhalb der Koalition der Regierung. Politische Analysten sehen Nyoro, der sich als Verteidiger der „normalen Menschen“ gegen elitäre Geschäfte positioniert, in einer strategischen Auseinandersetzung mit Ruto, insbesondere in der Mount-Kenya-Region. Dies könnte ihm helfen, politische Unterstützung für die kommenden Wahlen zu gewinnen, aber er setzt sich dadurch auch direkt mit der Präsidentschaft auseinander.

Die grundsätzliche Frage bleibt: Verkauft die Regierung einen wertvollen Vermögenswert, um den Staatshaushalt zu stärken, oder handelt es sich, wie Nyoro behauptet, um einen „Feuerverkauf“, den zukünftige Generationen bereuen werden? Präsident Ruto hat klar Stellung bezogen – der Verkauf wird weitergeführt, und diejenigen, die sich ihm widersetzen, werden als Gegner des Fortschritts angesehen.

Marek Steineren

Marek Steiner ist leitender Redakteur für die Kategorie Nachrichten bei Twittersmash. Er berichtet seit über sieben Jahren über aktuelle Entwicklungen in Idstein, der Region Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet. Nach seinem Masterstudium im Bereich Journalismus und Medienkommunikation arbeitete er als Reporter und Redakteur für regionale Medien. Sein Schwerpunkt liegt auf Lokalpolitik, Infrastruktur, Digitalisierung und wirtschaftlichen Themen mit direktem Bezug zur Region.

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