„Reine Terrorakte“: Zelensky verurteilt russischen Drohnenangriff auf Passagierzug in Charkiw
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug in der Region Charkiw als „reinen Terrorismus“ bezeichnet und dabei die gezielte Tötung von Zivilisten ohne militärische Rechtfertigung angeprangert.
Der Angriff ereignete sich am helllichten Tag und forderte mindestens fünf Todesopfer, während Dutzende weitere verletzt wurden. Der Zug, der mehr als 200 Passagiere beförderte, wurde von drei iranischen Shahed-Drohnen attackiert. Eine Drohne traf direkt ein Abteil mit 18 Personen, während zwei weitere in der Nähe explodierten und die Zerstörung noch vergrößerten.
Keine militärische Logik, nur Terror
„Es gibt keine militärische Logik hier, nur die Logik des Terrors“, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Ansprache, dessen Gesicht von Wut und Erschöpfung gezeichnet war. „In jedem Land wird ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug als Terrorismus betrachtet. Russland versucht, unseren Willen zu brechen, indem es unsere Leute auf dem Heimweg tötet“, fügte er hinzu.
Dieser Angriff ist Teil eines alarmierenden Trends, bei dem Russland vermehrt zivile Infrastruktur in der Ukraine angreift. Inmitten des kalten Winters verstärkt Moskau seine Angriffe auf Verkehrs- und Energiesysteme, um Flüchtlinge, Nachschub und Familien zu treffen, die durch das zerrissene Land reisen.
Unter den Toten befanden sich Pendler, die nach der Arbeit zurückkehrten, sowie Familien, die vor den Kämpfen an der Front flohen. Viele der Verletzten werden in Charkiwer Krankenhäusern behandelt, wobei viele schwerste Splitterwunden davontrugen.
Weltweite Empörung, lokale Widerstandskraft
Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Empörung auf den Angriff. Doch für die Menschen in Charkiw, nur 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, endet diese Empörung nicht die ständigen Drohnenangriffe. Die Stadt lebt unter einem permanenten Luftalarm. Bahnarbeiter wurden dabei beobachtet, wie sie innerhalb weniger Stunden nach dem Angriff Trümmer räumten und die Gleise reparierten – ein Symbol für den Widerstand eines Landes, das sich nicht zum Stillstand bringen lässt.
„Sie können unsere Züge bombardieren, aber sie können unseren Geist nicht brechen“, sagte ein Bahnhofsmitarbeiter, der den Angriff überlebte. Während die Ermittlungen weitergehen, fordert Selenskyj immer dringlicher mehr Luftabwehrsysteme, um seine Nation vor weiteren Angriffen zu schützen.