Pensionen in Gefahr: NSSF-Auszahlungen fallen um 1 Milliarde Schilling
Der Nationale Sozialversicherungsfonds (NSSF) hat eine alarmierende Reduktion der Rentenzahlungen um fast 1 Milliarde Schilling gemeldet. Diese dramatische Entwicklung deutet auf eine tiefere wirtschaftliche Krise hin und zeigt das wachsende Misstrauen der Kenianer gegenüber freiwilligen Sparprogrammen. Laut den neuesten Daten ist der Rückgang auf einen dramatischen Rückgang der freiwilligen Beiträge zurückzuführen, die um 47 Prozent auf nur noch 1 Milliarde Schilling gefallen sind.
Ein wesentlicher Auslöser für diesen Rückgang ist die umstrittene Entscheidung der Regierung, die obligatorischen Abzüge auf bis zu 4.320 Schilling zu erhöhen. Inmitten der steigenden Lebenshaltungskosten und einer aggressiven Steuerpolitik haben die Arbeiter mit ihren Portemonnaies abgestimmt und freiwillige Aufstockungen, die früher als Sicherheitsnetz dienten, aufgegeben. Der staatliche Versuch, die nationale Sparquote zu erhöhen, scheint somit zu einem Gegenteil zu führen, da immer weniger Kenianer in ihre Zukunft investieren können.
Die unbeabsichtigten Folgen
Das NSSF-Gesetz von 2013, das ursprünglich darauf abzielte, eine stärkere Sparmentalität in der Bevölkerung zu fördern, hat bislang nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Stattdessen hat die Erhöhung der Abzüge von den ohnehin schon schrumpfenden Gehältern die freiwilligen Sparbemühungen der Kenianer stark unter Druck gesetzt. Arbeitende Menschen, die bereits durch Abgaben wie die Wohnungsabgabe und das Gesundheitsversicherungsfonds-Abzugsystem (SHIF) belastet sind, sehen sich gezwungen, auf zusätzliche Ersparnisse zu verzichten.
Dies hat direkten Einfluss auf die Rentenleistungen. Mit weniger Menschen, die freiwillig zusätzliche Beträge einzahlen, schrumpfen auch die zukünftigen Auszahlungen. Das NSSF hat außerdem von „reduzierten Anträgen“ berichtet, was darauf hinweist, dass viele Rentner entweder ihre Rechte nicht kennen oder Schwierigkeiten haben, auf ihr eigenes Geld zuzugreifen. Das Vertrauen in die Fähigkeit des Fonds, liquide zu bleiben, steht nun auf dem Prüfstand.
Die freiwilligen Beiträge sind von 1,9 Milliarden Schilling auf nur noch 1 Milliarde Schilling gefallen, was ein Loch von 900 Millionen Schilling hinterlässt. Dieses verlorene Kapital hätte für Investitionen und Entwicklung verwendet werden können, doch die aktuellen Zahlen spiegeln die unsichere wirtschaftliche Lage wider. Das Vertrauen in das NSSF wird weiter erschüttert, nicht zuletzt aufgrund von Korruptionsvorwürfen und der jüngsten Verurteilung von Betrügern, die mit 9,8 Milliarden Schilling an gestohlenen Mitteln in Verbindung standen.
Ein wachsendes Problem für die Kenianer
Die Situation ist ein alarmierendes Zeichen für die Entwicklung des formellen Sektors, der zunehmend schrumpft, während Haushalte in den Überlebensmodus wechseln und weniger bereit sind, für die Zukunft zu sparen. Während die Regierung darauf abzielt, die Sparquote auf 55 Prozent des BIP zu steigern, wie es in Ländern wie China der Fall ist, wirken ihre Maßnahmen eher kontraproduktiv. Für viele Kenianer hat sich das NSSF von einer Altersvorsorge zu einer weiteren Steuerpflicht entwickelt.
Angesichts der fallenden Auszahlungen bleibt die Frage: Ist das Geld noch sicher? Häufig kritisierte der Auditor-General die „zweifelhaften Ausgaben“ und „unbezahlten Finanzansprüche“, die in Milliardenhöhe ausstehen. Die jüngsten Rückgänge bei den Auszahlungen könnten daher nur der Vorbote einer viel größeren Krise sein. Für die Millionen von Kenianern, die auf diese Mittel angewiesen sind, bleibt das Schweigen des NSSF nur schwer verständlich.