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Technik

Massive Kürzungen im öffentlichen Sektor drohen: Gehaltskosten erreichen Rekordhöhe

Die öffentliche Verwaltung Kenias steht unter Druck, nachdem die Gehaltsausgaben auf ein Rekordhoch von 1,17 Billionen Shilling (KES gestiegen sind. Damit überschreiten die Kosten erstmals die gesetzlich festgelegte Obergrenze und rufen internationale Institutionen wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) auf den Plan.

Das explosive Wachstum des öffentlichen Sektorhaushalts hat Besorgnis ausgelöst: Fast die Hälfte der Steuereinnahmen des Landes wird für die Bezahlung von Staatsbediensteten verwendet. Diese Entwicklung ist das Ergebnis jahrelanger unkontrollierter Neueinstellungen, Geisterarbeiter und untragbarer Gehaltsharmonisierung. In der Folge hat die Kommission für Gehälter und Vergütungen (SRC) Alarm geschlagen. Der Gehaltsanteil am ordentlichen Einkommen des Staates hat mit 43,7 % einen gefährlichen Wert überschritten – weit über dem gesetzlich festgelegten Höchstwert von 35 %.

Ungeklärte Gehaltsausgaben

Die Situation wird durch das Vorhandensein von „Geisterarbeitern“ verschärft – Personen, die nachweislich nicht mehr im Dienst stehen, aber dennoch Gehalt beziehen. Eine kürzlich durchgeführte Prüfung ergab, dass Tausende von Gehältern an Verstorbene und nicht existierende Mitarbeiter gezahlt werden. „Wir zahlen Menschen, die seit zehn Jahren tot sind“, erklärte eine hochrangige Quelle aus der Kommission für den öffentlichen Dienst. „Die Gehaltsabrechnungen sind mit Überflüssigem überlastet.“

Der IWF, der die kenianische Wirtschaft durch wiederholte Kredite stützt, hat erklärt, dass die „Rationalisierung des öffentlichen Dienstes“ eine Voraussetzung für zukünftige Kreditauszahlungen ist. Unter diesem Begriff versteht man im Wesentlichen Massenentlassungen.

Politischer Zwang und mögliche Streiks

Die Gewerkschaften des Landes reagieren bereits heftig. Die Kenianische Nationalunion der Lehrer (KNUT) und die Kenianische Union der Staatsbediensteten haben angekündigt, gegen Entlassungen „mit allen Mitteln“ vorzugehen. „Man kann die Arbeiter nicht für das Versagen der Regierung bestrafen“, sagte Collins Oyuu, Generalsekretär von KNUT. „Wenn es kein Geld gibt, sollen die Politiker ihre Diäten kürzen, nicht die Gehälter der Lehrer.“

Für die Regierung unter Präsident William Ruto stellt sich ein schwieriges Dilemma: Massenentlassungen könnten politisches Selbstmord bedeuten, vor allem in einem Jahr, in dem die Wahlen näher rücken. Doch die Alternative – das Aufnehmen neuer Schulden oder das Drucken von Geld – könnte das Land wirtschaftlich ins Chaos stürzen.

Bereits jetzt sind die ersten Auswirkungen spürbar: Die Rekrutierung im öffentlichen Dienst wurde weitgehend eingefroren, und Beförderungen wurden gestoppt. Die Lehrerkommission (TSC), der größte Arbeitgeber des Landes, hat gewarnt, dass sie die versprochenen 20.000 Praktikanten ohne zusätzliche Haushaltsmittel nicht einstellen kann.

Die angedachte Lösung sieht eine Mischung aus freiwilligen Frühpensionierungen und einer rigorosen Bereinigung der Gehaltsabrechnung vor. Doch historische Erfahrungen zeigen, dass freiwillige Programme häufig die besten Talente verlieren, während weniger leistungsfähige Mitarbeiter bleiben. Mit der Überschreitung der 1 Billion Shilling-Marke wird die Frage nicht mehr sein, ob die Kürzungen kommen, sondern wann und wie tief sie das Rückgrat des öffentlichen Dienstes treffen werden.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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