Karua kritisiert ostafrikanische Führer wegen der Unterdrückung in Uganda
Die kenianische Politikerin Martha Karua hat die Staatsoberhäupter Ostafrikas scharf kritisiert und ihnen Mitverantwortung für die Menschenrechtsverletzungen in Uganda vorgeworfen. Sie verwies auf die anhaltende Inhaftierung des Oppositionsführers Dr. Kizza Besigye und die wachsende Zahl von Entführungen in der Region.
Starker Angriff auf die ostafrikanischen Präsidenten
In einer Erklärung, die in der Region für Aufsehen sorgte, bezeichnete Karua die derzeitige Lage in Uganda als eine „pan-afrikanische Notlage“. Sie warf Präsident William Ruto von Kenia, Präsident Yoweri Museveni von Uganda und Präsidentin Samia Suluhu von Tansania vor, eine „unglückliche Allianz der Unterdrücker“ zu bilden. Karua, die als Anwältin von Besigye fungiert, kritisierte besonders die gesundheitliche Verschlechterung des Oppositionsführers, der seit seiner Entführung in Nairobi im November 2024 in ugandischer Militärhaft festgehalten wird. Sie berichtete, dass Besigye trotz seines offensichtlichen körperlichen Verfalls keine angemessene medizinische Versorgung erhält.
„Sie haben ihn von unserem Boden entführt“, sagte Karua. „Die kenianische Regierung hat mit der ugandischen Diktatur kollaboriert, um einen Menschen zu verschleppen. Jetzt verfault er in einem Militärgefängnis, und der Gipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) schweigt. Das ist keine Gemeinschaft von Nationen, sondern ein Kartell von Diktatoren.“
Abduktoren und die wachsende Bedrohung für Aktivisten
Karua nannte auch die Entführungen von Aktivisten wie Boniface Mwangi und die Abschiebung von Flüchtlingen als Beweis dafür, dass die EAC-Grenzen für Unterdrücker zunehmend durchlässig, aber für diejenigen, die vor Verfolgung fliehen wollen, verschlossen seien. Sie kündigte an, rechtliche Schritte gegen die drei Präsidenten zu unternehmen und vor dem Ostafrikanischen Gerichtshof eine Erklärung zu fordern, dass die Staatsoberhäupter gegen den Vertrag verstoßen haben, der die Gemeinschaft gegründet hat.
Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft, so Karua, seien zu schwach. Zwar hätten die Afrikanische Union und westliche Diplomaten vage Stellungnahmen abgegeben, doch Karua warf ihnen vor, durch ihre „polite diplomacy“ die Straflosigkeit zu fördern.
„Wir dürfen nicht die Generation sein, die zusah, wie Ostafrika zu einem Überwachungsstaat wurde“, mahnte Karua. Sie forderte die Bevölkerung zu einem Erwachen auf: „Schweigen ist Mitschuld.“