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Familie fordert Gerechtigkeit nach Tod eines Mannes in Polizeigewahrsam in Makueni

Die Familie eines Mannes aus Makueni fordert eine unabhängige Untersuchung nach dem verdächtigen Tod ihres Angehörigen, der mit sichtbaren Folterspuren in Polizeigewahrsam gefunden wurde. Der Vorfall löst Entsetzen über Polizeibrutalität und den Verdacht auf eine Vertuschung aus.

In Makueni County sorgt der mysteriöse Tod eines 34-jährigen Mannes für Aufsehen, der angeblich durch schwerste Misshandlungen während seiner Inhaftierung ums Leben kam. Der Fall weckt erneut die Debatte über extralegale Gewalt in der kenianischen Polizeiarbeit.

Der Mann, ein Gelegenheitsarbeiter, war am Freitagabend aufgrund einer geringfügigen Störung festgenommen worden. Am Sonntagmorgen wurde seine lebloser Körper im Leichenschauhaus des Makueni Referral Hospital aufgefunden, der mit deutlichen Spuren von stumpfen Gewalteinwirkungen übersät war. Laut Polizei sei er „erkrankt“, doch die Familie und die Dorfgemeinschaft vermuten Mord.

„Sie haben ihn wie einen Hund getötet“

„Als wir ihn am Samstag besuchten, konnte er kaum stehen“, berichtete der erschütterte Bruder des Opfers. „Er sagte uns, dass die Beamten ihn mit Schlagstöcken und Gewehrkolben geprügelt hatten, weil er sich weigerte, ein Geständnis zu unterschreiben. Sie verlangten 5.000 KES als Bestechungsgeld für seine Freilassung. Wir hatten das Geld nicht. Jetzt haben wir einen Leichnam.“

Erste Autopsieberichte deuten darauf hin, dass die Todesursache auf schwere innere Blutungen zurückzuführen ist, die mit einem Angriff in Verbindung stehen. Das Independent Policing Oversight Authority (IPOA) hat ein schnelles Ermittlungsteam zum Tatort entsandt, aber in Wote, wo der Vorfall stattgefunden hat, ist das Vertrauen in das „System“ längst erschüttert.

Brutalität ohne Konsequenzen

Dies ist bereits der dritte Todesfall im Polizeigewahrsam in der Region innerhalb der letzten sechs Monate. Aktivisten werfen der örtlichen Polizeistation vor, sich zu einem „Folterzentrum“ entwickelt zu haben, in dem korrupte Beamte mit strafloser Willkür von den Anwohnern profitieren.

Der örtliche Polizeikommandant (OCPD) hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert und lediglich eine Erklärung abgegeben, dass ein „Untersuchungsakt eröffnet“ worden sei. Quellen berichten jedoch, dass die verantwortlichen Beamten bereits versetzt wurden – eine gängige Praxis, um die Wogen zu glätten, ohne wirkliche Gerechtigkeit zu leisten.

Menschenrechtsgruppen planen eine friedliche Demonstration vor dem Büro des Gouverneurs und fordern die sofortige Suspendierung und Strafverfolgung der Beamten, die in der fraglichen Nacht im Dienst waren.

„Utumishi Kwa Wote“ – der Slogan, der für die Reformen in der Polizei steht, klingt hohl für Familien, die ihre Söhne zur Polizeistation schicken, nur um sie in einem Sarg zurückzubekommen. Während die Familie sich auf eine Beerdigung vorbereitet, die sie sich nicht leisten kann, bleibt ihr einfaches Anliegen: „Wir wollen keinen Bericht. Wir wollen keine Versetzung. Wir wollen, dass die Männer, die dies getan haben, vor Gericht gestellt werden.“ In Makueni schützt das Gesetz jedoch oft diejenigen, die die Uniform tragen, nicht diejenigen, die für sie bezahlen.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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