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Die verlorene Generation? Schockierende Umfrage zeigt, dass die Hälfte der Sechstklässler nicht lesen kann

Eine alarmierende Umfrage von Usawa Agenda hat ergeben, dass mehr als 50% der Sechstklässler in öffentlichen Schulen nicht in der Lage sind, einen einfachen Text der dritten Klasse zu lesen, was auf eine tiefe Krise im kenianischen Bildungssystem hinweist.

Während die Ministerien glänzende Berichte vorlegen, kollidiert die Realität mit einem düsteren Befund. Die neue Studie von Usawa Agenda deckt eine katastrophale Schwäche im kenianischen Bildungssystem auf: 51,3% der Sechstklässler in öffentlichen Schulen können einen einfachen englischen Text der dritten Klasse nicht lesen und verstehen. Dies führt zu einer Generation von „beschulten, aber ungebildeten“ Kindern.

Der Bericht, der unter dem Titel „Foundational Literacy and Numeracy Assessment“ (FLANA) veröffentlicht wurde, zeichnet ein Bild eines Systems im freien Fall. Die sechste Klasse markiert einen entscheidenden Übergang zur Junior Secondary School (JSS) im Rahmen des Kompetenzen-basierten Lehrplans (CBC). Doch die Hälfte dieser Schüler, die angeblich „kompetent“ sind, verfügt nicht über die grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten eines Kindes, das drei Jahre jünger ist. „Das ist keine Lücke, es ist ein Abgrund“, sagte Dr. Emmanuel Manyasa, der Geschäftsführer von Usawa Agenda.

Die Kluft der Ungleichheit

Die Daten zeigen eine klare Ungleichheit im Bildungssystem. Während die öffentlichen Schulen mit einer Analphabetenquote von 51,3% bei den Sechstklässlern kämpfen, schneiden private Schulen zwar besser ab, aber immer noch besorgniserregend mit einer Defizitquote von 42,3%. Die Kluft vergrößert sich, wenn man die geographischen Unterschiede berücksichtigt. Ein Kind in einer städtischen Schule liegt weit vor einem Kind in einer ländlichen öffentlichen Schule und noch weiter vor einem Kind in den Ariden und Semi-Ariden Gebieten (ASALs) oder Flüchtlingslagern, wo die Analphabetenquote nahezu 60% erreicht.

„Die Auswirkungen des CBC sind nicht mehr zu leugnen“, erklärt Dr. Manyasa weiter. Diese Erkenntnisse werfen einen Schatten auf die Glaubwürdigkeit der Implementierung des neuen Lehrplans. Wenn Schüler die Grundschule ohne grundlegende Fähigkeiten verlassen, mit welchen „Kompetenzen“ treten sie dann in die Junior Secondary ein? Der rasche Versuch, den neuen Lehrplan umzusetzen, gepaart mit einem Lehrermangel (Verhältnis von 42:1 in öffentlichen Schulen im Vergleich zu 34:1 in privaten Schulen), hat offenbar zu einem Rückschritt in der Qualität der Ausbildung geführt.

Ein nationaler Notfall

Dieser Bericht sollte als nationale Notlage betrachtet werden. Ein 12-jähriges Kind, das nicht einmal einen Text der dritten Klasse lesen kann, ist im Wesentlichen funktionell analphabetisch. Wenn diese Kinder das Bildungssystem weiter durchlaufen, werden sie zu den „D“-Schülern der Zukunft, die mit Arbeitslosigkeit und Frustration konfrontiert sind. Das Bildungsministerium muss endlich mit der PR-Sprachregelung aufhören und die Krise in den Klassenzimmern ansprechen, bevor diese verlorene Generation zu einem bleibenden Makel für die Zukunft des Landes wird.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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