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Die Ford-VW-Allianz wird um autonome Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge erweitert

Ford und Volkswagen haben am Freitag angekündigt, ihre sieben Monate alte Allianz auf autonome Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge auszudehnen.

VW wird im Rahmen des Deals satte 2,6 Milliarden US-Dollar in Argo AI investieren, das autonome Fahrzeug-Startup mit Sitz in Pittsburgh, von dem bis zu Fords aufsehenerregender Investition von 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2017 praktisch niemand gehört hatte. VW wird 1 Milliarde US-Dollar in bar investieren Hinzu kommen Vermögenswerte in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar, zu denen das in München ansässige Autonomous Intelligent Driving-Team des Auto-Riesen gehört, das von Argo übernommen wird. Nach Abschluss der Transaktion wird Argo eine Bewertung nach dem Geldtransfer von über 7 Milliarden US-Dollar vornehmen.

Im Januar gaben die beiden Automobilhersteller bekannt, dass sie sich zum Bau von Pick-ups und Nutzfahrzeugen zusammenschließen werden. Die heutige Ankündigung ist jedoch ein viel riskanterer Schritt: Sie erweitert die Partnerschaft um zwei Technologien – Autonomie und Elektrifizierung – die als potenziell gelten Die Art und Weise, wie Menschen sich fortbewegen, zu verändern, hat sich aber auch als unglaublich teuer und schwierig herauszustellen erwiesen.

Der Deal verleiht Argo auch eine globale Reichweite. Das Unternehmen, das von ehemaligen Uber-Ingenieuren mit Verbindungen zum berühmten Robotiklabor der Carnegie Melon University gegründet wurde, testete seine Autos mit Fords Unterstützung in Pittsburgh, Detroit, Miami und Washington, DC. Jetzt kann es seine Fahrzeuge auch auf europäischen Straßen unter VW-Anleitung einsetzen.

Darüber hinaus erhält Ford Zugang zur MEB-Plattform für Elektrofahrzeuge von VW oder „Modulare E-Antriebs-Baukasten“ – deutsch für „modulare elektrische Antriebsmatrix“. Das Unternehmen setzt auf seine MEB-Plattform, die als Basis dient für die 15 millionen elektroautos hofft man, sie irgendwann verkaufen zu können. Ford sagt, dass es die Plattform nutzen wird, um ab 2023 mindestens ein vollelektrisches Großserienfahrzeug in Europa zu entwerfen und zu bauen. Der Autohersteller will in sechs Jahren mehr als 600.000 europäische Fahrzeuge mit der MEB-Architektur ausliefern, ein zweites komplett neues Fahrzeug Ford-Modell für europäische Kunden im Gespräch. Der Schritt würde Ford dabei unterstützen, die Vorgaben der europäischen Regierung einzuhalten, die elektrifizierte Fahrzeuge und strenge Abgasnormen vorantreiben.

Ford und VW sind seit Monaten in Gesprächen darüber, wie die enormen Kosten für Elektro- und Selbstfahrerfahrzeuge geteilt werden können. Große und kleine Automobilunternehmen setzen mit der Massenproduktion von batteriebetriebenen SUVs und Limousinen auf den Erfolg von Tesla bei Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig testen viele der gleichen Unternehmen auch selbstfahrende Autos, entweder als Taxis, um Fahrgäste durch die Städte zu befördern, oder als Lieferroboter, die Lebensmittel und andere Güter transportieren. Die Elektrofahrzeuge machen jedoch immer noch einen kleinen Teil der weltweit verkauften Fahrzeuge aus. Und viele der rosigen Vorhersagen über fahrerlose Massenautos, die auf die Straße fuhren, haben sich nicht bewahrheitet.

Natürlich ist dies keine vollständige Ehe zwischen Ford und VW. Die beiden Autohersteller hätten im Rahmen des Vertrags separate autonome Fahrzeuggeschäfte und einzigartige Markteinführungsstrategien, würden aber beide die Software von Argo verwenden. Obwohl sie die Technologie von Argo und wahrscheinlich die EV-Architektur von VW teilen würden, planen Ford und VW keine Umsatzbeteiligung.

Ford und VW hoffen, durch den Austausch von Technologie, Daten und Kosten den Einsatz von Elektro- und Selbstfahrern auf öffentlichen Straßen zu beschleunigen. Den beiden Unternehmen wird ein komplementärer Ansatz für diese neuen Technologien zugeschrieben, die die Branche verändern. Volkswagen hat seine Zukunft in Höhe von 80 Milliarden Euro darauf gesetzt, Elektrofahrzeuge gewinnbringend in Serie zu produzieren – eine Leistung, die kein Automobilhersteller annähernd erreicht hätte. Ford hat seinen ersten ernstzunehmenden EV gehänselt, der 2020 im Rahmen eines bescheideneren Rollouts auf die Straße gehen soll. Das Unternehmen plant, in den nächsten Jahren 11,5 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung und Produktion von Elektroautos aufzuwenden.

In der Zwischenzeit versucht Ford, sich im Mobilitätsbereich einen Namen zu machen, indem er in Mitfahrgelegenheiten, Fahrradtausch und sogar Scooter-Sharing-Programme investiert. Der Autogigant erwarb das Elektroroller-Startup Spin für 100 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr. Es hat auch gesehen, dass einige seiner Investitionen ins Stocken geraten, wie sein Mikrotransit-Service Chariot, der Anfang dieses Jahres geschlossen wurde.

Dennoch ist die heutige Ankündigung für beide Unternehmen ein wichtiger Schritt, vor allem aber für Argo. VW hat sich eine Reihe anderer AV-Start-ups angesehen und sogar mit einigen eine Partnerschaft geschlossen, bevor es sich entschied, die Firma Pittsburgh zu unterstützen.

Vor einem Monat trennte VW eine Partnerschaft mit Aurora Innovation, dem Autonomie-Startup, das vom früheren selbstfahrenden Google-Chef Chris Urmson gegründet wurde. Argo wurde von Bryan Salesky, einem weiteren ehemaligen Mitglied des selbstfahrenden Google-Teams, mitbegründet. Er war auch im selben Team wie Urmson bei der DARPA-Challenge für autonome Fahrzeuge 2007, die als Wendepunkt bei der Suche nach selbstfahrenden Autos angesehen wird. Ford investierte 2017 eine Milliarde US-Dollar in Argo und arbeitet seitdem eng mit dem Start-up zusammen.

Unternehmen arbeiten seit Jahren zusammen, um an selbstfahrenden Autos zu arbeiten, aber erst vor kurzem hat diese unerbittliche Kopplung ernstere Obertöne angenommen. In den letzten Monaten: