Tom Bartels ist eher ein Fan als ein Kommentator, sagt die Fußball-EM 2021.

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Tom Bartels ist eher ein Fan als ein Kommentator, sagt die Fußball-EM 2021.

Der 55-Jährige gilt als einer der kenntnisreichsten Sportkommentatoren Deutschlands. Diesmal hat er es allerdings übertrieben.

Tom Bartels ist eher ein Fan als ein Kommentator, wenn es um Fernsehkritik geht.

Bastian Schweinsteiger hatte das Potenzial, ein großer Kicker zu werden. Worauf sein Job als TV-Analyst während der Fußball-Europameisterschaft beruhte, darüber schweigt sich die ARD aus. Schließlich ist es bei Experten ähnlich wie bei Trainern: Wer als Spieler eine erfolgreiche internationale Karriere hinter sich hat, muss nicht unbedingt für andere Jobs in der Fußballwelt qualifiziert sein. So ist es verständlich, dass der Freizeitexperte Schweinsteiger von der Stimmung im Stadion überrascht war und sich mit den Dänen solidarisierte.

Tom Bartels, der Kommentator, liegt normalerweise richtig, aber diesmal nicht.

Bei Tom Bartels hingegen ist das anders. Der TV-Journalist ist ein Profi in seiner Branche, der eine Fülle von Wissen auf den Tisch bringt. Nicht umsonst ist er einer der bekanntesten deutschen Sportjournalisten. Wenn es darum geht, ein sportliches Ereignis stimmlich zu begleiten und einzuordnen, trifft er meist den richtigen Ton. So erntete der 55-Jährige während einer Gruppenbegegnung bei der Europameisterschaft 2012 viel Lob dafür, dass er minutenlang schwieg und die Rufe der 20.000 irischen Fans auf sich wirken ließ.

Tom Bartels’ Zuneigung zu den Dänen ist übertrieben.

Bei der EM-Begegnung zwischen Dänemark und Russland galoppierte er allerdings ins Abseits. Mit den dänischen Spielern nach dem Zusammenbruch von Christian Eriksen zu sympathisieren, mag allzu menschlich erscheinen. Bartels hingegen ging über Bord.

Bei einem Spiel mit deutscher Beteiligung ist gegen ein gewisses Maß an Parteilichkeit nichts einzuwenden; Bartels darf Fan sein, und manche Zuschauer werden das auch erwarten. Wenn er im WM-Finale 2014 vor dem Tor von Mario Götze brüllt, er solle den Ball ins Netz schießen (“Mach ihn, mach ihn, er macht ihn!”), ist dagegen wenig einzuwenden. Es steht ihm frei, seine Gefühle zu äußern.

Im Sinne der Fairness sollte er neutral bleiben, wenn Dänen, Russen, Spanier oder Holländer aufeinandertreffen.

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