Pandemie des Coronavirus: eine Copa América ohne Zuschauer, die nach Toren Ausschau halten

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Pandemie des Coronavirus: eine Copa América ohne Zuschauer, die nach Toren Ausschau halten

Diesen Wettbewerb wollte eigentlich niemand. Erst zogen sich die Organisatoren zurück, dann wehrten sich die Teilnehmer, und schließlich entschied die Jury. Trotz der Widerstände wird der Ball nun am Sonntag in Südamerika rollen.

Die Tore werden bei der Copa América ohne Zuschauer geschossen.

“Wir sind gegen die Organisation der Copa América, aber wir werden niemals Nein zur brasilianischen Nationalmannschaft sagen”, sagt eine Stimme.

Trotz ihres weitgehenden Desinteresses hat die brasilianische Nationalmannschaft in einer kurz vor Anpfiff veröffentlichten Erklärung ihre Unterstützung für die Copa América im eigenen Land zum Ausdruck gebracht. In vielerlei Hinsicht dürfte die Kontinentalmeisterschaft im brasilianischen Hotspot Corona ein interessantes Turnier werden.

Der Virus ist der ärgste Feind.

Schon die Anreise zur Copa América war schwierig. Erst zog sich das Gastgeberland Kolumbien zurück, nachdem bei gewaltsamen Anti-Regierungs-Protesten zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Dann, nachdem die zweite Corona-Welle zu Beginn des Winters in der südlichen Hemisphäre das Turnier schwer getroffen hatte, zog auch Co-Gastgeber Argentinien seine Teilnahme zurück. Das Turnier wurde schließlich nach Brasilien verlegt. Die Copa América durfte erst stattfinden, nachdem der Oberste Gerichtshof am 10. Juni entschieden hatte, dass sie stattfinden darf.

Am Sonntag soll der Ball nun ins Rollen kommen. Gleichzeitig bleibt das größte Land Lateinamerikas ein Brennpunkt der Corona-Pandemie: Mehr als 17 Millionen Menschen sind nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert, über 480.000 Menschen starben an den Folgen von Covid-19. Der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro hat die Krankheit lange verharmlost und sich gegen strenge Maßnahmen ausgesprochen. Eine neuartige Version des Coronavirus wurde kürzlich von Wissenschaftlern entdeckt.

Millionen Menschen haben Angehörige verloren, die Epidemie hat die Armut vertieft, und Ärzte und Krankenschwestern auf überlasteten Intensivstationen arbeiten noch immer bis an ihre Grenzen. Die Spieler um Superstar Neymar hielten es deshalb nicht für vertretbar, zu diesem Zeitpunkt ein internationales Fußballturnier zu veranstalten. Offenbar konnten sie aber in anderen Nationen nicht genügend Unterstützung für ihre Boykottabsichten gewinnen. Die Copa gilt als Vorzeige-Event, vor allem für südamerikanische Vertragsspieler.

Zehn Mannschaften kämpfen um die Meisterschaft.

Am Sonntag beginnt die Copa del Rey mit dem Spiel zwischen Gastgeber Brasilien und Venezuela im Mané Garrincha Stadion in Brasilia. Danach läuft die Gruppenphase bis zum 28. Juni mit… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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