England ist frustriert, aber Schottland darf bei der Fußball-Europameisterschaft träumen.

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England ist frustriert, aber Schottland darf bei der Fußball-Europameisterschaft träumen.

Eigentlich war ein Sieg eine ausgemachte Sache: England kam gegen Schottland nicht über ein 0:0 hinaus und muss nun auf einen Platz im Achtelfinale warten. Auch Schottland kann phantasieren.

England ist unzufrieden, während Schottland phantasieren kann.

London ist die Hauptstadt von England. England ist unzufrieden. Während viele Schotten noch auf den Tribünen des Wembley-Stadions feierten, musste sich Englands Trainer Gareth Southgate ein paar Meter weiter mit den ersten Fragen beschäftigen. Die drängendste Frage ist, warum seine Mannschaft am Freitagabend in London nicht über ein 0:0-Unentschieden gegen den alten Gegner und Außenseiter hinauskam. “Es war ein frustrierender Abend. Wir wissen, dass wir besser spielen können”, sagte ein niedergeschlagener Southgate, dessen Team damit den Einzug ins EM-Achtelfinale vorzeitig verpasste. “Wir haben nicht genug Einsatz gezeigt, um das Spiel zu gewinnen.”

Mit vier Punkten nach zwei Spielen können die Three Lions vor ihrem letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien am Dienstag noch für das Achtelfinale planen. Die Schotten liegen zwar drei Punkte zurück, können aber dank eines Punktgewinns gegen den Nachbarn ihre Träume am Leben erhalten. “Das Ziel für heute Abend war, etwas aus diesem Spiel mitzunehmen, damit wir noch eine Chance haben.” Und genau das haben wir getan”, sagte Schottlands Trainer Steve Clarke.

Die Bravehearts brauchen nun unbedingt einen Sieg am Dienstag im Heimspiel gegen Kroatien im Hampden Park. Mit den eigenen Fans im Rücken scheint das nicht unmöglich zu sein. Die haben schon in Wembley von Anfang bis Ende eine große Party geschmissen.

“Die Fans waren hervorragend. Sie haben von der ersten bis zur letzten Minute gesungen und uns so richtig angefeuert”, sagte Schottlands 20-jähriger Mittelfeldspieler Billy Gilmour, der eine herausragende Leistung zeigte und zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

England hingegen war alles andere als “herausragend”. Topstürmer Harry Kane konnte erneut keine nennenswerten Torchancen kreieren und wurde in der 74. Minute ausgewechselt. Generell war von der Offensivkraft der Ausnahmespieler Kane, Raheem Sterling, Phil Foden oder Marcus Rashford nichts zu spüren. Borussia Dortmunds Jadon Sancho wurde nicht einmal eingewechselt. “Es war nicht unsere beste Leistung”, sagte Kane. Und hatte damit Recht.

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