Winterolympiade 2026: Kontraste prägen die Vorbereitung in Mailand und Cortina
Mit der Rückkehr der NHL-Stars nach zwölf Jahren Abwesenheit und dem vielversprechenden Debüt junger Talente wie der US-amerikanischen Eiskunstläuferin Isabeau Levito verspricht die Winterolympiade 2026 in Italien sportliche Höhepunkte. Doch die Stimmung in den beiden Austragungsorten, dem mondänen Bergort Cortina d’Ampezzo und der Metropole Mailand, ist eine völlig andere.
Während in den schneebedeckten Dolomiten überall blaue Flaggen mit der Aufschrift „Cortina 1956 2026“ wehen und die letzten Bauarbeiten laufen, sucht man im regnerischen Mailand im Stadtbild vergeblich nach olympischer Atmosphäre. Die meisten Eissport-Wettkampfstätten liegen am Stadtrand, was das Gefühl eines zusammenhängenden Events schwächt. „Es fehlt ein bisschen an Atmosphäre“, sagt der Mailänder Versicherungsmakler Faizan Mohammad. Er empfinde die Spiele derzeit eher als Unbequemlichkeit wegen der Straßensperrungen.
Bergidyll versus urbane Zurückhaltung
In Cortina hingegen ist die Vorfreude greifbar. Die Geschäfte an der Hauptstraße, darunter Boutiquen wie Golden Goose, sind auf Hochglanz poliert und bieten teure Souvenirs an. „Alle Menschen sind so aufgeregt und emotional für dieses große Ereignis“, sagt Angestellte Francesca Alberte und spricht damit vielen Einheimischen aus dem Herzen, die trotz der Aufregung auch einige Bedenken wegen der finalen Vorbereitungen haben. Besucher wie der US-amerikanische Rennrodler Matthew Greiner beschreiben die Stimmung als „elektrisierend“.
Die unterschiedliche Wahrnehmung liegt auch an der räumlichen Verteilung. Sam Durante, der aus Calgary angereist ist, vergleicht die Situation mit den konzentrierten Spielen von 1988 in seiner Heimatstadt und findet, dass der Geist in Mailand nur zögerlich Einzug hält. Für Besucher wie die Mailänderin Mariella Mariani, die extra nach Cortina gereist ist, sind die Spiele dennoch ein bedeutendes Ereignis für ganz Italien.
Sportlich verspricht das Turnier vor allem im Eishockey und Eiskunstlauf Spannung. Das Männerturnier wird erstmals auf NHL-Eisgröße ausgetragen, und Kämpfe sind streng verboten. Für einen Sieg in der regulären Spielzeit gibt es drei Punkte. Das Finale am Sonntag, dem 22. Februar, um 14:10 Uhr MEZ wird im US-Sender NBC übertragen. Sollte es nach der regulären Zeit unentschieden stehen, entscheiden 20-minütige Verlängerungen im 3-gegen-3, kein Shootout.
Neue Sterne und zurückkehrende Legenden
Im Fokus der Eiskunstlauf-Fans steht Isabeau Levito. Die 18-jährige US-Amerikanerin, die 2024 Vize-Weltmeisterin wurde, tritt am Dienstag, dem 17. Februar, um 18:45 Uhr MEZ im Kurzprogramm an. Die Kür folgt am 19. Februar um 19:00 Uhr MEZ. Übertragen werden beide Wettkämpfe auf Peacock und NBC.
Die Boston Bruins aus der NHL entsenden allein neun Spieler und Talente zu den Olympischen Spielen, die für Länder wie die USA, Tschechien, Schweden, Finnland und Lettland antreten. Der tschechische Star David Pastrnak wird sogar als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier fungieren. Für junge NHL-Spieler wie den 18-jährigen Verteidiger Matthew Schaefer von den New York Islanders, der knapp den Sprung ins kanadische Team verpasste, bleiben die Spiele ein großes Ziel. „Es ist der Traum eines jeden, bei den Olympischen Spielen zu spielen“, sagte er.
Während die finale Vorbereitungen laufen, steht Italien bereit, die Welt zu empfangen. Der Kontrast zwischen dem schneesicheren Alpenidyll und der modernen Großstadt könnte kaum größer sein – und verleiht den Spielen von Mailand-Cortina doch einen besonderen Charme.