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Viktoria Rebensburg siegt in Garmisch-Partenkirchen

Beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen gelingt der Skifahrerin Viktoria Rebensburg der Befreiungsschlag nach harten Wochen. Mit ihrem ersten Abfahrtssieg überhaupt beantwortet sie die Kritik des DSV-Alpindirektors Wolfgang Maier.

Als sie dann am Samstag im Zielraum stand, verneigte sich Viktoria Rebensburg vor den deutschen Fans in Garmisch-Partenkirchen. Sie lächelte, weil sie wusste, dass ihr dieser Abfahrtslauf geglückt ist. Die Kreutherin hat nach schweren Wochen ohne Podestplätzen endlich wieder einmal ein Skirennen gewonnen – und das auch noch in der bayerischen Heimat beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen.

„Meine Ski waren Wahnsinn, da hat mein Servicemann einen super Job gemacht“, sagte Rebensburg. Ehe sie der ARD-Ski-Experte Felix Neureuther schon noch darauf hinwies, dass sie selbst schon auch einen starken Lauf erwischt habe. Da musste sie auch zustimmen und sagte noch: “Daheim, das war ein wichtiges Wochenende.”

Erster Abfahrtserfolg für die Kreutherin

Rebensburg gelang zudem der erste Abfahrtserfolg überhaupt in ihrer Karriere. “In allen drei Disziplinen, in denen ich am Start stehe, zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes”, sagte sie.

Sie gewann mit mit 0,61 Sekunden Vorsprung vor der Italienerin Federica Brignone und der Tschechin Ester Ledecka (+0,83 Sekunden) auf Platz drei. Eine Woche nach dem Sieg von Thomas Dreßen zeigte auch die 30-Jährige auf der Kandahar ein fast makelloses Rennen.

Dominanz von Rebensburg auf der Kandahar

Bereits mit dem Training war sie zufrieden und nun beim Ernstfall war Rebensburgs Laufzeit von oben bis unten grün unterlegt, was bedeutete: Sie war immer am schnellsten unterwegs. Lediglich kurz vor dem Ziel unterlief ihr ein kleiner Fehler, der allerdings nicht viel Zeit und Tempo kostete. Völlig zurecht stand im Ziel die Nummer eins – bis zum Schluss.

Kira Weidle tat sich dagegen schwerer, mit 2,11 Sekunden auf Rebensburg fuhr sie beim Heimrennen auf den 13. Platz. Michaela Wenig verlor kurz vor dem Ziel viel Zeit und fiel auf Rang 24 zurück. Doch Rebensburgs Lauf überwog am Ende – schwarz-rot-goldene Herrlichkeit auf der Kandahar.

Rebensburg kontert Maiers Kritik auf der Strecke

Das war ja nicht immer der Fall in dieser Saison, Rebensburg zog sich vor knapp einem Monat auch die Kritik des DSV-Alpindirektors Wolfgang Maier zu: “Sie kann immer noch Rennen gewinnen. Aber in der derzeitigen Verfassung wird das zur Ausnahme”, sagte Maier über seine Topfahrerin, er kritisierte das Trainingspensum. “Mit dem derzeitigen Aufwand ist das Leistungsniveau auf dem Podium nicht mehr zu halten.”

Rebensburg selbst fand die Kritik unangebracht, wie sie vor zwei Wochen bei der Abfahrt in Bansko unterstrich. Jetzt sagte sie dazu: “Wichtig ist für mich immer gewesen, dass ich bei mir bleibe und mich aufs Skifahren konzentriere.”

Öffentlich setzte sie also den Deckel drauf – mit Maier wolle sie sich noch aussprechen, “wenn es bei mir in den Rennkalender passt. Das ist ein Thema, das kann man nicht zwischen Tür und Angel besprechen.” Neureuther zog abschließend in seiner Analyse einen imaginären Hut vor der deutschen Topfahrerin, weil sie mit einer solchen Selbstverständlichkeit nach unten raste und auch am Sonntag im Super-G am gleichen Ort zum Favoritenkreis zählt.