Verletzungsgeplagte Playoff-Aspiranten: Sixers und Warriors liefern sich einen engen Kampf
Mit einem Heimvorteil im Rücken, aber ohne ihren Superstar, empfingen die Golden State Warriors am Dienstagabend die Philadelphia 76ers. Das Duell zweier um Playoff-Plätze kämpfender Teams war geprägt von langen Ausfalllisten, die beide Kader auf eine harte Probe stellten.
Für die Warriors fehlte der Herzschlag der Mannschaft: Stephen Curry war mit einer Knieverletzung gesperrt. Ebenfalls nicht zur Verfügung standen Seth Curry (Knie), Jonathan Kuminga (Knie) und L.J. Cryer (Oberschenkel). Der Saisonausfall von Jimmy Butler und ein angeschlagener Moses Moody verdüsterten die Personallage weiter.
Doch auch die Gäste aus Philadelphia traten erheblich geschwächt an. Joel Embiid, der Eckpfeiler des Teams, fiel wegen einer Knöchelverletzung aus, nachdem er am Vortag noch 24 Punkte zum Sieg über die LA Clippers beigesteuert hatte. Zusätzlich fehlte Paul George, der eine Sperre absitzt. Die Last lag damit vor allem auf den Schultern von Tyrese Maxey, der in der Saison durchschnittlich 29,2 Punkte und 6,9 Assists erzielt.
Statistische Parität und ungewisse Wetteinschätzungen
Die Ausgangslage war denkbar knapp. Beide Teams brachten nahezu identische Offensiv- und Defensivstatistiken in die Partie ein. Die Warriors erzielten im Schnitt 116,7 Punkte pro Spiel, die Sixers 116,9. In der Verteidigung lagen die Werte bei 114,0 bzw. 115,7 erlaubten Punkten. Diese Ausgewogenheit spiegelte sich in den Wettquoten wider. Golden State wurde von den Buchmachern als knapper Favorit von 3,5 bis 5 Punkten gesetzt, die Gesamtpunktzahl wurde auf 221,5 geschätzt.
Die Einschätzungen zur Partie waren gespalten. Einige Analysten verwiesen auf die erschwerte Situation Philadelphias, das das zweite Spiel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bestritt und ohne zwei Topspieler auskommen musste. Andere vertrauten auf die jüngste Formkurve der Sixers, die mit vier Siegen in Folge nach San Francisco gereist waren, und die Tragkraft von Maxey.
Ein besonderes Augenmerk lag auf den Spielern, die in die Bresche springen mussten. Bei den Warriors wurde Brandin Podziemski eine größere Rolle im Angriff vorhergesagt. Einige Prognosen sahen für ihn über 15 Punkte voraus, eine spezifische Projektion nannte sogar 17,6 Punkte für ihn. Bei den Sixers hoffte man nach einem schwachen Schussabend (1 von 11 Treffern) auf eine Rückkehr von VJ Edgecombe zu seiner konstanten Form von durchschnittlich 14,9 Punkten und 5,3 Rebounds.
Ein Kampf, der von der Tiefe des Kaders bestimmt wurde
Der Ausgang der Begegnung in der ausverkauften Chase Center war bis zuletzt offen. Beide Teams suchten nach Antworten jenseits ihrer Stars. Die Warriors konnten auf ihre Heimstärke von 17 Siegen bei 8 Niederlagen bauen und auf die jüngste Demonstration ihrer Bank, als in einer Niederlage gegen Detroit acht Spieler zweistellig punkten konnten.
Für die Sixers ging es darum, ihre positive Serie auch unter widrigen Umständen fortzusetzen und ihre Position im engen Eastern Conference-Rennen zu festigen. Sie lagen vor dem Spiel auf dem sechsten Platz, nur drei Spiele hinter dem Zweitplatzierten. Die Warriors kämpften in der Western Conference von der achten Position aus für eine verbesserte Ausgangslage für die Playoffs.
Die Übertragung des Spiels war auf NBC Sports Bay Area, NBC Sports Philadelphia Plus sowie Streaming-Plattformen wie Fubo, Peacock und NBA League Pass zu sehen. Für Zuschauer außerhalb der lokalen Märkte bot NBA League Pass, teilweise über Amazon Prime Video erhältlich, eine Möglichkeit zur Verfolgung.
Letztlich standen nicht die großen Namen im Mittelpunkt, sondern Tiefe und Anpassungsfähigkeit. Die Partie verkörperte die Herausforderungen der langen NBA-Saison, in der sich wahre Teamstärke oft gerade dann zeigt, wenn die Schlüsselspieler fehlen. Unabhängig vom Endergebnis lieferten beide Franchises ein Kapitel der Entschlossenheit und lieferten den Beweis, dass die Dramatik der regulären Saison auch abseits der Staraufgebote lebendig ist.