Verletzungsgeplagte Blazers empfangen aufstrebende Suns in hochkarätigem West-Duell
Ein verletzungsbedingt stark dezimiertes Team Portland Trail Blazers trifft am Dienstagabend im Moda Center auf die momentumstarken Phoenix Suns. Während die Gastgeber versuchen, eine Negativserie von fünf Niederlagen in Folge zu durchbrechen, peilt Phoenix den siebten Saisonsieg in der direkten Begegnung an.
Die Ausgangslage ist klar umrissen: Die Suns, mit 30 Siegen auf Platz sieben der Western Conference, reisen mit Zuversicht an, obwohl sie auf ihren All-Star-Guard Devin Booker (Knöchel) verzichten müssen. Auch Jalen Green (Hüfte) ist angeschlagen. Portland hingegen muss ohne seinen Topscorer Deni Avdija (Rücken) auskommen, der mit 25,5 Punkten und 6,7 Assists pro Spiel die Führungsfigur des Teams ist. Die Verletztenliste der Blazers ist lang und umfasst unter anderem Damian Lillard (Achillessehne, saisonbeendend), Scoot Henderson (Oberschenkel), Kris Murray (Rücken), Vit Krejci (Knöchel) und Matisse Thybulle (Knie).
Brooks übernimmt die Führungsrolle
In der Abwesenheit von Booker ist Dillon Brooks bei den Suns zur bestimmenden Figur aufgestiegen. Der als „The Villain“ vermarktete Forward liefert eine Karriere-Saison ab und hat sich mit seinem vielseitigen Spiel in die Diskussion um den „Most Improved Player“ gebracht. In den letzten fünf Spielen erzielte er durchschnittlich 28,2 Punkte, darunter ein Karrierehoch von 40 Punkten gegen Detroit. Die Suns-Organisation unterstützt seine markante Rolle und verteilte im Januar sogar „Dillon ‚The Villain'“ T-Shirts an die Fans – eine Geste, die Brooks ausdrücklich begrüßte.
Aufseiten der Blazers lastet die Hoffnung nun vermehrt auf dem jungen Center Donovan Clingan. Der 2,18 Meter große Rookie dominiert die Bretter und holte in seinen letzten zehn Einsätzen konstant zweistellige Rebounds, im Saisonschnitt sind es 11,1. Sein Duell mit Suns-Innenverteidiger Mark Williams verspricht ein körperbetontes Schlüsselgefecht zu werden.
Die Wettanbieter sehen Phoenix klar im Vorteil und setzten die Suns als 2,5-Punkte-Favoriten auf fremdem Parkett an. Die Quote für einen Suns-Sieg liegt bei -155, während auf die Blazers 130 gegeben wird. Die Gesamtpunktzahl wird bei 218,5 angesetzt, ein Wert, der angesichts der jüngsten Geschichte der Duelle wohl überschritten werden könnte. Die letzten drei Partien zwischen den Teams endeten mit durchschnittlich 237,3 Punkten. Das „SportsLine Projection Model“, das das Spiel 10.000 Mal simulierte, prognostizierte sogar einen Schnitt von 232 Punkten, wobei der „Over“ in fast 67 Prozent der Simulationen zog.
Statistisches Ungleichgewicht und taktische Schlüssel
Die Teamstatistiken unterstreichen die unterschiedliche Verfassung. Portland kämpft mit Effizienzproblemen auf beiden Seiten des Feldes und rangiert in der Offensive mit einer Wertung von 112,5 auf Platz 23 der Liga. Die Defense (115,2, Platz 18) ist ebenfalls mittelmäßig. Phoenix präsentiert sich mit einer Offensivwertung von 114,3 und einer defensiven von 112,0 deutlich ausgeglichener.
Unterstützung erhält Brooks im Suns-Aufgebot von Guard Collin Gillespie, der mit 13,5 Punkten, 4,7 Assists und 1,7 Steals pro Spiel solide Werte liefert und bereits mit Franchise-Legende Steve Nash verglichen wird. Für Portland bleibt die angeschlagene Dreierlinie ein Problem, das der neu erworbene Vit Krejci (Karriere-Dreierquote: 40,5%) nach seiner Rückkehr von einer Knöchelverletzung lösen soll. Für diese Partie fehlt er jedoch.
Die Vertrauensfrage in Portland beantwortete Deni Avdija bereits vor seiner Verletzung gegenüber Yahoo! Sports. „Meine Meinung zählt jetzt“, sagte der Israeli und verwies auf das in ihn gesetzte Vertrauen von Interimscoach Tiago Splitter. Dieses Vertrauen muss nun das restliche, stark angeschlagene Kader aufbringen, um die Talfahrt zu stoppen und die Playoff-Ambitionen beider Teams spannend zu halten. Die Bühne im Moda Center ist bereit für eine offene, punktelastische Begegnung mit hohem Druck auf beide Teams.