Verfahrensfehler im Fechtsport: Kenianische Athleten klagen über undurchsichtige Teamauswahl
Die Kenya Fencing Federation (KFF) steht im Kreuzfeuer der Kritik. Anlass ist die Nominierung des Teams für die bevorstehenden afrikanischen Cadet- und Juniorenmeisterschaften. Die Sarova Fencing Association wirft dem Verband offene Vetternwirtschaft und einen Mangel an Transparenz vor und fordert eine sofortige Überarbeitung des Auswahlverfahrens.
In formellen Schreiben an den Verband und das Sportministerium haben die Vertreter Praise Nehema und Vivian Akoth konkrete Vorwürfe vorgebracht. Demnach sei der Kader ohne jegliche Ausscheidungswettkämpfe, Ranglistenbewertung oder technische Beurteilung handverlesen worden. Die Athleten, die Monate in Training und eigene Ausrüstung investiert haben, seien damit einfach übergangen worden.
Fehlende Auswahlkriterien als Kernvorwurf
Die Fechter stellen grundlegende Fragen zur Chancengleichheit. In ihrer Petition fragen sie: „Wurden Wettkampfergebnisse, Ranglistenpositionen, Trainingsbeteiligung und technische Leistung formal evaluiert?“ Ohne ein dokumentiertes Auswahlverfahren bleibe der Prozess eine Blackbox. Der Verdacht stehe im Raum, dass die Liste eher auf Gefälligkeit als auf tatsächlicher Leistung auf der Planche basiere.
Besonders brisant: Die Petenten weisen auf mögliche Interessenkonflikte hin. Sie erkundigen sich nach Richtlinien, die verhindern sollen, dass Selektoren mit persönlichen Bindungen zu bestimmten Athleten diese bevorteilen. Die bisherige Schweigefahrt des Verbands, der weder offiziell reagiert noch die Kriterien offengelegt hat, vertieft den Graben nur weiter.
Die Anschuldigungen betreffen nicht nur ein einzelnes Turnier. Die Athleten fordern ein System, das ihre harte Arbeit respektiert. Sie sehen die Zukunft des Sports gefährdet, da undurchsichtige Verfahren eine ganze Generation von Fechtern demotivieren könnten, die keinen klaren Weg zur Nationalmannschaft erkennen.
Appell an das Sportministerium
Der Ball liege nun beim Sportministerium, einzugreifen und sicherzustellen, dass die kenianische Flagge bei den Afrikameisterschaften von denen getragen werde, die sich die Ehre redlich verdient hätten. Es geht den Fechtern laut ihrer Darstellung um mehr als nur um Teamplätze; es ist ein Kampf um die Seele des Sports in Kenia. Während die Uhr bis zum Championat tickt, warten die gescheiterten Athleten weiter auf Erklärungen – und auf Gerechtigkeit.