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Sport

US-Frauen starten mit souveränem Sieg und historischem Debüt in Olympia-Eishockeyturnier

Die US-amerikanische Frauen-Eishockeymannschaft hat ihr erstes Spiel bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina mit einem klaren 5:1-Erfolg gegen Tschechien bestritten. Das Match am 5. Februar in der ausverkauften Milano Rho Ice Hockey Arena war jedoch mehr als nur ein einfacher Gruppensieg – es markierte einen historischen Moment für den Sport.

Laila Edwards, die mit ihren 1,85 Metern und 84 Kilogramm die körperlich präsenteste Spielerin im Kader ist, bestritt ihr erstes Olympia-Spiel und schrieb dabei Geschichte. Sie ist die erste schwarze Spielerin, die für das US-Frauenteam bei Olympischen Spielen aufläuft. Edwards, die normalerweise als Stürmerin spielt, wurde in dieser Partie in der Verteidigung eingesetzt und absolvierte mit 25 Wechseln die meisten aller US-Spielerinnen.

Offensive Breitenwirkung und effiziente Chancenverwertung

Die US-Mannschaft dominierte das Spiel von Beginn an und erzielte 42 Torschüsse gegenüber nur 14 der Tschechinnen. Die Torhüterin Klara Peslarova hielt zwar 37 Schüsse, konnte dem anhaltenden Druck aber nicht standhalten. Die Tore fielen durch unterschiedlichste Spielerinnen, was die Tiefe des Teams unterstrich.

Den Führungstreffer erzielte Alex Carpenter in der ersten Periode bei einer Überzahlsituation nach einer Vorlage von Laila Edwards – es war Carpenters neuntes Olympiater. In der zweiten Spielhälfte bauten Joy Dunne und Hayley Scamurra die Führung auf 3:0 aus. Scamurra, die als 13. Stürmerin nur 6:45 Minuten Eiszeit bekam, erzielte dabei zwei Tore.

Tschechien gelang durch die 19-jährige Barbora Jurickova der Anschlusstreffer zum 1:3. Doch US-Kapitänin Hilary Knight, die in ihrem fünften und letzten Olympia antrat, stellte mit ihrem 13. Karriere-Olympiator den alten Abstand wieder her. Damit fehlt ihr nur noch ein Tor, um den Allzeit-Rekord der US-Frauen einzustellen.

Die debütierende US-Torhüterin Aerin Frankel zeigte sich sicher und parierte 13 von 14 Schüssen. Insgesamt setzte sich die Mannschaft durch aggressive Forechecking-Strategie und geschlossene Raumbedeckung durch.

Persönliche Geschichten und politischer Beistand

Die menschliche Seite des Spiels war ebenso bewegend. Edwards, deren Eltern und 14 Familienmitglieder dank einer 10.000-Dollar-Spende der NFL-Brüder Jason und Travis Kelce anreisen konnten, zeigte sich bescheiden. „Es fühlte sich überhaupt nicht anders an“, sagte sie nach dem Spiel. „Am Ende des Tages ist es immer noch Eishockey.“ Ihre Teamkollegin Caroline Harvey lobte ihre Anpassungsfähigkeit: „Man könnte sie ins Tor stellen, und sie würde performen. Die Umstellung verlief nahtlos.“

Unter den Zuschauern befanden sich auch US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio. Der Sieg verbesserte die US-Bilanz in Olympia-Auftaktspielen auf 8:0 Siege und auf 2:0 gegen Tschechien im olympischen Vergleich.

Der Weg von Edwards zu diesem Punkt war außergewöhnlich. Die gebürtige Cleveland Heights-Spielerin begann kurz nachdem sie laufen konnte mit dem Eislaufen, spielte in Jungenmannschaften und wurde mit 20 jüngste MVP in der Geschichte der Weltmeisterschaften. 2023 war sie die erste schwarze Spielerin im US-Frauennationalteam. „Viele junge Kinder oder deren Eltern sagen mir, dass ihre Tochter wegen mir Sport treibt und sich gesehen und repräsentiert fühlt. Das ist wirklich motivierend“, so Edwards.

Das US-Team setzt sein Turnier am 7. Februar mit dem nächsten Gruppenspiel gegen Finnland fort. Das finnische Team, dessen Eröffnungsspiel gegen Kanada aufgrund eines Magenvirus verschoben wurde, wird die offensive Stärke der USA testen. Mit diesem Auftakt hat das US-Frauenteam seinen Anspruch auf eine weitere große Olympia-Medaille untermauert.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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