Unberechenbares Marseille fordert PSG im explosiven Klassiker
Der französische Spitzenreiter Paris Saint-Germain bereitet sich auf einen angespannten und unberechenbaren Gegner vor. Am Sonntag empfängt der Club im Parc des Princes den Erzrivalen Olympique Marseille, der nach einer enttäuschenden 0:3-Niederlage im Champions-League-Spiel gegen Club Brügge unter massivem Druck steht.
Die Stimmung in Marseille hat sich nach der europäischen Schlappe zugespitzt. Ultras der Südfranzosen entrollten Transparente, die den mangelnden Kampfgeist der Spieler anprangern. Diese „Giftstimmung“, so Beobachter, macht das Duell in Paris zu einer entscheidenden Weichenstellung für die gesamte Saison der Gäste.
De Zerbis rätselhaftes Team
Marseilles Trainer Roberto De Zerbi selbst bezeichnete seine Mannschaft jüngst als „seltsames Team“, ein Ausdruck, der die wechselhafte Leistungskurve des Clubs umschreibt. Diese Unberechenbarkeit sieht PSG-Trainer Luis Enrique als größte Gefahr. „Wir wissen, dass sie verletzt sind, und ein verletztes Tier ist gefährlich“, sagte der Spanier. Er erwartet einen „Zermürbungskrieg“.
PSG hingegen dominiert die Liga und will seine Serie in Le Classique ausbauen. Ein Sieg würde die psychologische Vormachtstellung weiter zementieren. Enrique kündigte an, mit hohem Pressing die als wacklig geltende Abwehrreihe Marseilles unter Druck zu setzen, die in der vergangenen Woche drei Tore kassierte.
Für Marseille geht es um mehr als Punkte. Es ist ein Charaktertest. Eine deutliche Niederlage könnte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fans und Klubführung endgültig eskalieren lassen. Ein Insider des Clubs wurde mit den Worten zitiert: „Wir kämpfen für das Wappen, oder wir kommen nicht zurück.“ Doch gegen die effizient laufende PSG-Maschine könnte Kampfgeist allein nicht ausreichen, um den Niedergang aufzuhalten.
Das Duell markiert eine Kollision zweier gegensätzlicher Wege. Während PSG sicher an der Spitze kreuzt, kämpft Marseille um seine Identität und die Rettung der Saison. Trainer De Zerbi ist sich bewusst, dass im Kessel von Le Classique die Taktik oft dem Temperament weichen muss. Kann sein „seltsames“ Team gegen den Champion nicht einen Rhythmus finden, droht die seltsamste Saison der jüngeren Vereinsgeschichte in eine handfeste Krise zu kippen.