Tottenhams Transfer-Dürre im Januar: Lange erläutert Disziplin und verweist auf Sommer-Pläne
Die Verärgerung bei Tottenham Hotspur war greifbar. Nur Minuten nach Schließung des Winter-Transferfensters bezeichnete Kapitän Cristian Romero die Zahl der verfügbaren Stammspieler als „skandalös“. In einer erneuten Verletzungskrise, die über zehn Spieler betrifft, hatte der Klub praktisch keine Verstärkungen geholt. Technischer Direktor Johan Lange begründete nun die unerwartete Zurückhaltung.
Keine „Stresskäufe“ trotz Personalmangels
Lange betonte in einem Interview mit den Klub-eigenen Medien, dass man sich bewusst gegen kurzfristige „Stresskäufe“ entschieden habe, obwohl man im Januar mit sieben weiteren Verletzungsfällen nicht gerechnet hatte. „Es ist sehr wichtig, dass man diszipliniert bleibt“, sagte Lange. Der Markt sei leer gewesen; nur 33 Transfers seien insgesamt in der Premier League getätigt worden.
Konkret konnte Tottenham im Januar nur den Mittelfeldspieler Conor Gallagher von Atlético Madrid und den 18-jährigen Linksverteidiger Souza verpflichten. Der Verkauf von Brennan Johnson für 35 Millionen Pfund zu Fensterbeginn blieb damit praktisch unkompensiert. Lange räumte ein, dass man durchaus versucht habe, Spieler wie Antoine Semenyo zu holen, der sich aber für Manchester City entschied.
Finanzielle Zwänge seien nicht der Grund für die Untätigkeit gewesen, betonte der Däne. Die finanziellen Fairplay-Regeln würden eingehalten, und die Eigentümer, die Lewis-Familie, seien sehr investitionsbereit. Eine Kapitalspritze in Höhe von 100 Millionen Pfund im vergangenen Jahr diene jedoch primär dem operativen Geschäft.
Große Ambitionen für den Sommer angekündigt
Langes zentrale Botschaft war ein Ausblick auf die kommende Transferperiode. „Das Sommerfenster ist der Zeitpunkt, an dem acht oder neun von zehn Spielern den Klub wechseln“, so Lange. Man werde mit „großen Ambitionen“ antreten, um den Kader zu verstärken. Die Pläne lägen bereits ausgearbeitet vor, mit klaren Vorstellungen zu Positionen und Spielerprofilen.
Die eigentliche Bewertung der Ambitionen der Eigentümer sollte daher nach dem Sommerfenster erfolgen, nicht nach dem ruhigen Januar. Man habe sich lediglich geweigert, Spieler zu verpflichten, die dem Team kurzfristig, mittelfristig oder langfristig nicht helfen würden, so Langes abschließende Rechtfertigung für eine enttäuschende Winterphase.