Top NHL-Talent Gavin McKenna nach Vorwurf der schweren Körperverletzung angeklagt
Der Star-Rookie der Penn State Nittany Lions muss sich vor Gericht verantworten. Gavin McKenna, der als potenzieller Erstrunden-Pick für den NHL Draft 2026 gehandelt wird, wurde wegen schwerer Körperverletzung und weiterer Delikte angeklagt. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Vorfall in der Nacht zum 1. Februar in State College, Pennsylvania.
Ernste Vorwürfe nach Rekordspiel
Die Anklage wirft einen dunklen Schatten auf einen zuvor gefeierten Abend. Nur Stunden zuvor hatte McKenna vor 74.575 Zuschauern im Beaver Stadium gespielt – der zweitgrößten Zuschauerkulisse aller Zeiten bei einem College-Eishockey-Spiel unter freiem Himmel. Nach dem Spiel gegen Michigan State soll es in der South Pugh Street zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Das Opfer erlitt laut Berichten von „Onward State“ einen Kieferbruch.
Gegen den erst im Dezember 18 Jahre alt gewordenen Kanadier wurden Anklagen wegen schwerer Körperverletzung ersten Grades – ein Verbrechen, das in Pennsylvania bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 25.000 US-Dollar nach sich ziehen kann – sowie wegen einfacher Körperverletzung und Ordnungswidrigkeiten erhoben. Seine Kaution wurde auf 20.000 US-Dollar festgesetzt. Ein Vorbefehl vor der zuständigen Richterin Casey M. McClain ist für den 11. Februar 2026 angesetzt.
Die Universität Penn State äußerte sich nur knapp. John Hanna, der Kommunikationsdirektor des Eishockey-Programms, erklärte: „Wir sind uns der Anklagen bewusst. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werden wir uns jedoch nicht weiter dazu äußern.“ Auch die NHL, für die McKenna ein Top-Talent ist, gab bekannt, den Fall zu verfolgen, verwies aber darauf, dass er kein Ligaspieler sei.
Ein vielversprechender Karriereweg in der Schwebe
Die Anklage trifft McKenna in einer Schlüsselphase seiner jungen Karriere und zu einem historischen Zeitpunkt für den College-Sport. Die Saison 2025/26 ist die erste, in der Spieler aus der kanadischen Juniorenliga CHL für NCAA-Teams spielberechtigt sind. Diese Regeländerung im November 2024 beendete einen jahrzehntelangen Ausschluss. McKenna war einer der ersten und prominentesten Wechsel, als er im Juni 2025 die Medicine Hat Tigers der WHL verließ, um für Penn State zu spielen.
Sein Wechsel wurde auch durch ein lukratives Name-Image-Likeness-Angebot (NIL) in Höhe von schätzungsweise 700.000 US-Dollar ermöglicht, was ihn zum ersten Eishockeyspieler machte, der allgemein als einen sechsstelligen NIL-Vertrag wert angesehen wurde. Auf dem Eis rechtfertigte er die Erwartungen: In 24 Spielen erzielte er 32 Punkte und führt sein Team gemeinsam an.
Seine Vorgeschichte ist außergewöhnlich. In der Vorsaison erzielte der Stürmer aus Whitehorse, Yukon, für die Medicine Hat Tigers 129 Punkte in 56 Spielen und führte sein Team zur WHL-Meisterschaft. Er gilt seit langem als Top-Kandidat für den Draft 2026 und gewann kürzlich mit Kanadas Junioren-Nationalteam die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft.
Die Zukunft des Talent bei Penn State ist nun ungewiss. Die Mannschaft hat noch acht Spiele in der regulären Saison vor sich, und ihr Erfolg hängt möglicherweise davon ab, ob ihr Star verfügbar ist. Eine offizielle Suspendierung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Die Anklage hat zudem Diskussionen über den Druck und die hohen finanziellen Anreize für junge College-Athleten entfacht.
Für McKenna könnten die Konsequenzen weit über das Sportliche hinausgehen. Als kanadischer Staatsbürger droht ihm bei einer Verurteilung unter US-Einwanderungsrecht die Abschiebung. Sein Anwalt hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Während die Nittany Lions in die entscheidende Phase der Saison gehen, wartet die Eishockeywelt gespannt auf die Entwicklung eines der größten Sportgeschichten abseits des Eises.