Timberwolves holen Mike Conley zurück und stärken sich für den Titelkampf
Die Minnesota Timberwolves haben sich mit einer außergewöhnlichen Finanz- und Transfermanöver in die Pole-Position für die NBA-Playoffs gebracht. Kern der Transaktionen ist die Rückkehr des erfahrenen Point Guards Mike Conley, der nach zwei schnellen Wechseln über Chicago und Charlotte als Free Agent zu seinem alten Team zurückkehrt.
Ein Manöver für Steuer und Sport
Zunächst schien Conleys Zeit in Minnesota beendet. Am 6. Februar 2026 wurde der 38-Jährige zu den Chicago Bulls transferiert. Dieser Schritt befreite die Wolves von Conleys Gehalt in Höhe von 11 Millionen US-Dollar und brachte das Team unter die erste Luxury-Tax-Schwelle. Die Bulls schickten Conley weiter zu den Charlotte Hornets, die ihn am 5. Februar entließen und ihn so zum Free Agent machten. Dies ermöglichte seine Rückkehr nach Minnesota – nun für ein deutlich geringeres, anteiliges Veteranen-Minimumgehalt.
Der finanzielle Effekt ist enorm: Die prognostizierte Luxussteuerrechnung der Timberwolves sank von 24 Millionen auf nur noch 3,8 Millionen Dollar. Gleichzeitig verbesserten sich laut Sports Illustrated die Titelchancen des Teams. Bei DraftKings liegen die Wolves mit einer Quote von 1200 auf dem vierten Platz im Meisterschaftsrennen, hinter Oklahoma City, Denver und Cleveland.
„Free-Agent-Guard Mike Conley Jr. plant, zu den Minnesota Timberwolves zurückzukehren“, bestätigte ESPN-Experte Shams Charania. Die Seiten arbeiten am Timing der Vertragsunterzeichnung, wobei ein Warten bis nach dem All-Star Game am 20. Februar den Cap-Hit weiter verringern würde.
Neuzugang Dosunmu und klare Worte zu Gerüchten
Neben der cleveren Rückholaktion verstärkten sich die Wolves auch sportlich deutlich. Im Zuge der Transfers holten sie den aufstrebenden Guard Ayo Dosunmu von den Chicago Bulls. Dosunmu, ein Second-Round-Pick von 2021, erzielt in dieser Saison durchschnittlich 15,0 Punkte, 3,0 Rebounds und 3,6 Assists pro Spiel und bringt weitere Offensivkraft.
Team-Präsident Tim Connelly nutzte die Gelegenheit, um hartnäckige Gerüchte über eine angebliche Jagd nach Milwaukee Bucks-Superstar Giannis Antetokounmpo aus der Welt zu schaffen. „Ich wusste nicht, dass das ein Ding ist“, sagte er mit einem Schmunzeln. Er kommentiere keine Spieler anderer Teams, betonte aber: „Unsere Aufgabe ist es immer, besser zu werden. Wir wollen nie statisch sein.“ Connelly räumte ein, dass man bei verfügbaren Elite-Spielern stets seine Due-Diligence-Prüfung mache, konzentriere sich derzeit aber auf die interne Entwicklung.
Diese Haltung erscheint pragmatisch für ein Team, das in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das Western Conference Final mit 1-4 verloren hat. Mit einer Bilanz von 32-20 liegen die Wolves auf Platz sechs im Westen und haben vor dem All-Star Break am 15. Februar noch vier Spiele vor sich.
Conleys Rolle wird nach Dosunmus Verpflichtung kleiner sein. In dieser Saison kam er in nur 18,5 Minuten pro Spiel auf 4,4 Punkte und 2,9 Assists. Doch sein Wert liege in Führungsqualitäten und Erfahrung für die Playoffs, wie ein Insider betonte: „Das scheint Mike nicht zu stören, der tatsächlich plant, nach Minnesota zurückzukehren.“ Mit einem freien Platz im Kader könnte Minnesota den Kader noch über den Buyout-Markt verstärken.
Die Timberwolves haben damit in einer Woche das Kunststück vollbracht, den Kader zu verbessern, die Gehaltskappe zu entlasten und einen wichtigen Veteran zurückzuholen. Der Weg für eine ernsthafte Titelfahrt im Westen ist nun frei.