Swinney unter Druck: Dokumenten-Versprechen und angebliche Zitatfälschung im QEUH-Skandal
Der schottische Regierungschef John Swinney steht nach neuen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem tödlichen Skandal um das Queen Elizabeth University Hospital (QEUH) in der Kritik. Ein unabhängiger Bericht hatte vor der Eröffnung des Krankenhauses im Jahr 2015 ernste Risiken im Wassersystem aufgezeigt, die ignoriert wurden. Die Folgen waren, laut Vorwürfen, vermeidbare Todesfälle.
Vorwürfe der Vertuschung und gefälschten Aussagen
Nun wird Swinney beschuldigt, das Parlament mit frei erfundenen Zitaten in die Irre geführt zu haben. Er hatte angeblich Aussagen des Anwalts des Hospitals Inquiry zitiert, um entlastende Enthüllungen zu unterstreichen – diese Zitate stellten sich laut Berichten jedoch als erfunden heraus. Zudem hatte Swinney zugesagt, alle Regierungskommunikationen zu dem Skandal zu veröffentlichen, stimmte aber später mit seiner SNP gegen einen entsprechenden Antrag der schottischen Labour-Partei.
Diese Woche forderte die Opposition Swinney auf, im Parlament Stellung zu beziehen und einen klaren Zeitplan für die Veröffentlichung der geforderten Dokumente vorzulegen. Das Parlament hatte bereits eine entsprechende Motion angenommen. Besonders brisant ist die Frage, ob Aufzeichnungen bereits vernichtet wurden, vor dem Hintergrund, dass die SNP-Regierung während der Pandemie für das Löschen von WhatsApp-Nachrichten kritisiert wurde.
Die Angehörigen der Verstorbenen, die jahrelang nach Antworten suchten, seien laut den Vorwürfen belogen, manipuliert und abgewiesen worden. Whistleblower, die auf die Sicherheitsmängel hinwiesen, seien eingeschüchtert und bedroht worden. Sowohl die SNP-Regierung als auch der NHS Greater Glasgow and Clyde hätten reihen geschlossen, um das Problem zu vertuschen und ihre eigenen Reputationen zu schützen, statt Patienten.
Breitere politische Debatte über Prioritäten
Der Skandal wird von der Opposition als Symptom einer „faulen Kultur der Geheimhaltung und Vertuschung“ im Herzen der SNP-Regierung gewertet. Kritiker werfen der Regierung vor, sich zu lange mit Rechtsstreitigkeiten und gesellschaftspolitischen Grabenkämpfen aufgehalten zu haben, anstatt sich auf Kernaufgaben zu konzentrieren.
Als Kontrast dazu positioniert sich die schottische Labour-Partei und verspricht, im Falle einer Regierungsübernahme binnen weniger Tage die Gefängnisse strikt nach biologischem Geschlecht zu trennen, um Sicherheit und Würde von Frauen zu gewährleisten. Die Priorität einer Labour-Regierung läge jedoch auf der Sanierung des NHS, der Verbesserung der Bildungsstandards und der Stärkung der Wirtschaft für höhere Einkommen.
Die zentrale Forderung an John Swinney bleibt eindeutig: Die „Schweigepflicht“ der SNP müsse gebrochen, die versprochenen Dokumente veröffentlicht und die Wahrheit ans Licht gebracht werden. „Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel“, lautet die direkte Botschaft an den First Minister. Die betroffenen Familien warteten weiter auf volle Aufklärung.