Stirling: Mietentscheidung verschoben nach kurios kurzem Ratstreffen
Ein fünfminütiges Treffen hat im Stadtrat von Stirling zu einem politischen Schlagabtausch geführt. Die für Donnerstag angesetzte jährliche Sitzung zur Festsetzung der Mieten für kommunale Wohnungen wurde nach nur fünf Minuten vertagt. Grund waren Fehler in den Vorlageunterlagen, die eine ordnungsgemäße Prüfung unmöglich machten.
Die Sitzung, in der der Housing Revenue Account (HRA) und die Mieten für das Haushaltsjahr 2026/27 beschlossen werden sollten, wurde auf Montag, den 16. Februar, verschoben. Die SNP-geführte Verwaltung begründete die Verschiebung mit einem „Fehler von Beamten“, der zu spät aufgefallen sei, um eine ordentliche Kontrolle durch die gewählten Ratsmitglieder zu ermöglichen.
Vorwürfe der Verantwortungslosigkeit
Labour-Ratsmitglieder reagierten mit scharfer Kritik. Der Labour-Wohnungssprecher Danny Gibson bezeichnete die Vorgänge als „Durcheinander“ und warf der Koalition aus SNP, Grünen und Unabhängigen vor, jede Verantwortung abzulehnen. „Der Appell zur Anwesenheit dauerte doppelt so lange wie die knapp 30 Sekunden, die SNP-Rat Willie Ferguson für seine Ausreden benötigte“, bemerkte Gibson spitz.
Er kritisierte, dass Ferguson den Finger auf die Beamten gerichtet habe, anstatt sich bei den Mietern zu entschuldigen, die nun länger auf die Mietentscheidung warten müssten. Dies sei ein „sehr ungünstiger Start“ für die Nationalisten und lasse nichts Gutes für die Haupt-Haushaltssitzung am Donnerstag, dem 26. Februar, erahnen.
Verwaltung verteidigt Verfahren
Die SNP-Fraktionsvorsitzende Susan McGill wies die Vorwürfe zurück. Sie bedauerte Gibsons „verkrampften Versuch, eine Geschichte zu konstruieren, wo es keine gibt“. Die Vertagung sei nötig gewesen, um die Geschäftsordnung des Rates einzuhalten, die eine Benachrichtigung über Budgetvorschläge drei Werktage vor der Sitzung vorschreibe.
McGill betonte, die Korrektur ändere nichts an den Empfehlungen. Die vorgeschlagene Mietenerhöhung liege weiterhin bei 5,8 Prozent, so wie es von der Housing Advisory Group beraten und vereinbart wurde. „Fehler passieren gelegentlich, und wenn sie passieren, ist es wichtig, ehrlich zu sein und für Genauigkeit und Transparenz zu sorgen“, sagte sie. Sie fragte rhetorisch, ob Gibson vorschlage, die Geschäftsordnung einfach zu ignorieren.
Hintergrund des Streits ist auch ein gescheiterter erster Übergabeversuch der neuen Koalition im November. Die Labour-Kritik stellt die Zuverlässigkeit der Verwaltung bei ihren ersten haushaltspolitischen Herausforderungen infrage. Für die Mieter bedeutet die Verzögerung, dass sie bis nach der Nachholsitzung am 16. Februar auf die finale Entscheidung über die Mieten ab dem 1. April warten müssen.