Spätes Wembley-Ticket: Arsenal bezwingt Chelsea dank Havertz
Ein spielentscheidender Konter in der Nachspielzeit hat Arsenal den Einzug ins Finale des Carabao Cups 2026 beschert. Der Deutsche Kai Havertz erzielte am Dienstagabend im Emirates Stadium den 1:0-Siegtreffer gegen Chelsea, der das 4:2-Gesamtsieg im Halbfinale perfekt machte. Für die Gunners ist es die lang ersehnte Rückkehr nach Wembley.
Ein taktisches Duell mit knapper Entscheidung
Die Ausgangslage vor dem Rückspiel war klar: Arsenal führte nach dem 3:2 im ersten Duell bei Chelsea und musste eine Niederlage vermeiden. Chelsea hingegen benötigte mindestens ein Tor, um die Verlängerung zu erzwingen. Diese Konstellation führte zu einem nervösen, von Taktik geprägten Spiel. Über weite Strecken war es ein Abtasten, bei dem klare Torchancen Mangelware blieben.
Chelsea, trainiert von Liam Rosenior, setzte auf eine kompakte Fünferkette und wollte die Räume zustellen. Die Abwesenheit von Schlüsselspielern wie Reece James und Pedro Neto sowie die späte Einwechslung des gerade erst aus Brasilien zurückgekehrten Estevao schwächten die Offensivkraft der Gäste spürbar. Arsenal fand trotz Ballbesitzes lange keinen Weg durch die defensive „blaue Mauer“.
Die entscheidende Szene entwickelte sich erst in der Nachspielzeit. Bei einem schnellen Konter spielte Gabriel Martinelli auf Havertz frei, der Chelsea-Keeper Robert Sanchez elegant ausdribbelte und zum Siegtor eintippte. Seine Feier – das Zeigen auf das Vereinswappen – unterstrich seine Verbundenheit mit den Gunners.
„Genossen habe ich es? Sehr – besonders am Ende“, sagte Arsenal-Trainer Mikel Arteta nach dem Spiel im ITV-Interview. „Wir wussten, dass es ein harter Kampf werden würde. Diese Resilienz, dieses Verständnis für die Art von Spiel, das wir spielen mussten – das haben wir sehr gut gemacht. Die Atmosphäre im Stadion macht einen riesigen Unterschied.“
Fortschritte trotz Enttäuschung für Chelsea
Auf Chelsea-Seite überwog die Enttäuschung über das verpasste Finale, doch man betonte die positiven Entwicklungen. Trainer Rosenior verwies auf die widrigen Umstände: „Wir haben Reece und Pedro heute Morgen verloren. Cole Palmer hatte eine schwierige Zeit und Estevao war in Brasilien. Wir mussten uns die beste Chance geben.“ Sein Fazit: „Arsenal weiß, dass sie über beide Spiele hinweg ein schweres Spiel hatten. Ich sehe klare Verbesserungen vom ersten zum zweiten Spiel.“
Abwehrspieler Trevoh Chalobah analysierte gegenüber Sky Sports: „Es liegt an den letzten Details im Angriffsdrittel. Es war nicht viel im Spiel, wir haben sie gut eingedämmt. Aber wir brauchten mehr Abschlüsse. Es ist schwer, Arsenal zu knacken.“ Ein Detail am Rande: Auf der Chelsea-Bank saß mit dem 16-jährigen Charlie Holland ein weiteres Talent, was den Glauben des Clubs an die Jugend unterstreicht.
Für Arsenal geht der Weg nun direkt nach Wembley. Das Finale findet am 22. März statt, Gegner wird entweder Manchester City oder Newcastle United. City führt im anderen Halbfinale nach dem ersten Spiel mit 2:0. Zuvor stehen für die Gunners aber weitere Pflichtspiele an, beginnend mit der Premier-League-Partie gegen Sunderland am 7. Februar.
Chelsea muss sich hingegen in der Liga fangen, das nächste Spiel führt das Team zu einem Auswärtsspiel bei den Wolverhampton Wanderers. Der Traum vom League Cup ist für diese Saison geplatzt, der Fokus liegt nun auf dem Abschneiden in der Meisterschaft und den verbleibenden Wettbewerben.