Snooker-Ikone John Virgo stirbt mit 79 Jahren
Die Snooker-Welt trauert um John Virgo. Der ehemalige Profispieler und langjährige BBC-Kommentator starb am Mittwoch, dem 4. Februar 2026, im Alter von 79 Jahren in Spanien, wo er zuletzt lebte. Dies bestätigte die World Snooker Tour und würdigte ihn als eine Generationen übergreifende Schlüsselfigur des Sports.
Sein Tod folgt nur 17 Tage nach seinem letzten öffentlichen Auftritt: Virgo lieferte bis zuletzt Kommentare und war während des Masters-Finales zwischen Kyren Wilson und John Higgins im Alexandra Palace zu hören. Die Nachricht von seinem Tod löste eine Welle der Anteilnahme aus.
Stimmen der Trauer und Würdigung
Prominente Spieler und Wegbegleiter ehrten den Verstorbenen. Siebenfacher Weltmeister Ronnie O’Sullivan zeigte sich „absolut am Boden zerstört“ und nannte Virgo einen „großen Kumpel“. Der vierfache Champion Mark Selby würdigte ihn als „großartigen Typen und großen Charakter“. Shaun Murphy, der mit ihm im Kommentarkasten saß, bezeichnete Virgo als „die Stimme des Snooker“, von der er viel gelernt habe.
Auch außerhalb der Snooker-Blase war Virgo bekannt, vor allem als Co-Moderator der BBC-Show „Big Break“ von 1991 bis 2002 neben Jim Davidson. Dieser schrieb auf Instagram von einem „herzzerreißenden“ Verlust. Selbst der ehemalige Boxweltmeister Frank Bruno erinnerte sich auf X an Virgos „großen Sinn für Humor“ bei gescheiterten Trickversuchen.
Virgo, 1946 in Salford geboren, hatte seine größten Erfolge als Spieler in den späten 1970er Jahren. Sein Karrierehöhepunkt war der Gewinn der UK Championship 1979, bei dem er sich im Finale mit 14:13 gegen Terry Griffiths durchsetzte. Im selben Jahr erreichte er auch das Halbfinale der Weltmeisterschaft.
Ein Leben mit Höhen und Tiefen
Seine Profikarriere dauerte von 1976 bis 1994, doch sein eigentliches Vermächtnis schuf Virgo danach als Kommentator. Seine warmherzige, humorvolle Art und seine berühmte Frage „Where’s the cue ball going?“ in kniffligen Situationen wurden zu seinem Markenzeichen.
Doch Virgos Leben war auch von persönlichen Kämpfen geprägt, über die er offen sprach. Er gestand eine zeitweilige Spielsucht, die ihn in den 1980er und frühen 1990er Jahren in einen „Teufelskreis“ trieb und sogar zum Verlust seines Hauses in Surrey führte. Der Druck, als öffentliche Person erfolgreich zu wirken, habe ihn dazu verleitet, Verluste am Tisch durch Wetten ausgleichen zu wollen. Später überwand er diese Sucht.
Im Privaten war Virgo dreimal verheiratet. Aus zweiter Ehe stammen seine Kinder Gary und Brook-Leah. Seine dritte Frau, die Verlagsmanagerin Rosie Ries, heiratete er nach einer 22-jährigen Bekanntschaft.
Die World Snooker Tour fasste die Trauer zusammen: „Alle beim World Snooker Tour sind zutiefst traurig über den Tod der Snooker-Legende John Virgo. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Lieben.“ Für viele Fans wird das Spiel ohne seine vertraute Stimme nie wieder dasselbe sein.