Seattle Seahawks gewinnen Super Bowl mit historischem Beitrag eines britischen Trainers
Mit einem 29:13-Sieg über die New England Patriots hat Seattle Seahawks den Super Bowl gewonnen. Besonders die Defensive der Mannschaft setzte einen Meilenstein, indem sie sechs Quarterback-Sacks erzielte, drei Ballgewinne erzwang und sogar einen eigenen Touchdown erzielte.
Ein Pionier feiert mit seiner Familie
Hinter dieser Leistung steht Aden Durde, der 46-jährige Defensive Coordinator des Teams. Der gebürtige Londoner aus Middlesex schrieb damit selbst Geschichte: Er ist der erste ausländische Trainer, der einen Super Bowl gewinnt. Nach dem Spiel feierte er mit seiner Frau und seinen Söhnen auf dem Rasen, während seine Mutter und sein Bruder die Partie auf einer NFL-Party in London verfolgten.
Der Weg an die Spitze der NFL war für Durde ein langer. Ursprünglich Fußballfan von West Ham United, faszinierte ihn der Super Bowl von 1985 für American Football. Er spielte in der British American Football League und der NFL Europe, bevor er 2011 seine Trainerkarriere bei den London Warriors begann.
Sein Aufstieg war stetig. 2018 verpflichteten ihn die Atlanta Falcons als Defensive Quality Control Coach, womit er zum ersten britischen Vollzeittrainer in der NFL-Geschichte wurde. Vor zwei Jahren folgte der nächste Pionierschritt: Er wechselte zu den Seahawks und wurde der erste in Großbritannien geborene Defensive Coordinator der Liga.
Anerkennung und mögliche Zukunft als Head Coach
Die Nachfrage nach seinen Diensten ist groß. Wie er gegenüber der BBC sagte, genießt er zwar den Moment, doch sein Name wurde bereits für höhere Aufgaben gehandelt. Im vergangenen Monat wurde er von den Cleveland Browns für deren Head-Coach-Position interviewt. Auch Gespräche mit den Atlanta Falcons fanden statt, bevor sie sich für Kevin Stefanski entschieden.
Mittlerweile sind alle zehn offenen Head-Coach-Posten in der NFL besetzt, unter anderem bestätigte Seahawks Offensive Coordinator Klint Kubiak nach dem Super-Bowl-Sieg seinen Wechsel zu den Las Vegas Raiders. Die Diskussion um Durdes Zukunft wird jedoch angesichts seiner Leistung nicht verstummen. Es wäre wenig überraschend, wenn der Brite, der bereits so oft Neuland betreten hat, eines Tages die Chance auf eine Head-Coach-Position und damit auf ein weiteres Stück Geschichte erhalten würde.
Zu seinem historischen Triumph sagte Durde, es sei etwas Erstaunliches, aber kein undenkbares Ziel gewesen. „Man muss hoch hinaus wollen“, so der Trainer. Er dankte allen, die Opfer für seinen Weg gebracht hätten. Sein Plan sei von den Spielern auf höchstem Niveau umgesetzt worden.