Schottischer Fußballverband verteidigt umstrittene VAR-Entscheidung gegen Celtic
Der schottische Fußballverband (SFA) hat sich mit einer detaillierten Regelauslegung zu einem umstrittenen VAR-Vorfall im Scottish-Cup-Spiel zwischen Celtic und Dundee geäußert. Demnach war die Entscheidung von Schiedsrichter Ryan Lee korrekt, der bei einem Foulspiel an Stürmer Tomas Cvancara lediglich einen Freistoß vor dem Strafraum gab, obwohl der Kontakt in den Sechzehner hinein fortgesetzt wurde.
Pushing nur am ersten Kontaktpunkt strafbar
Die SFA erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass ein Stoß – im Gegensatz zu einem Halten – nur am „anfänglichen Punkt des Kontakts“ bestraft werden könne, selbst wenn die Aktion in den Strafraum hinein weitergehe. Im 38. Minute des torlosen Spiels war Cvancara in einem Zweikampf mit Dundees Verteidiger Luke Graham am Strafraumrand zu Boden gegangen, wobei der Schubser des Abwehrspielers offenbar im Sechzehner fortwirkte.
VAR-Zeitschiedsrichter David Dickinson überprüfte die Szene, empfahl jedoch keine Revision der Feldentscheidung. Diese Begründung stößt bei Experten auf massiven Widerspruch. Der ehemalige Premier-League- und FIFA-Schiedsrichter Keith Hackett forderte in einem Posting auf X eine Überprüfung durch den schottischen Schiedsrichterchef Willie Collum und stellte klar: „Dies hätte zu einem Strafstoß führen müssen.“
Ehemalige Profis und Referee-Experten baff
Alex Rae, Ex-Spieler der Rangers, zeigte sich im Radio-Programm Clyde 1 Superscoreboard fassungslos: „Es ist unglaublich, wie das kein Strafstoß sein soll“, sagte Rae. „Wenn dich jemand stößt und es außerhalb des Strafraums beginnt, und er stößt dich immer noch, wenn du im Strafraum landest, verstehe ich nicht, warum das Foul zurück außerhalb des Strafraums sein sollte.“
Hackett kritisierte zudem das VAR-Verfahren und meinte, der Feldschiedsrichter hätte zum Monitor gerufen werden müssen, um den Vorfall selbst zu überprüfen. Die SFA hält in ihrer Erklärung jedoch daran fest, dass ein Freistoß die „korrekt vergebene“ Strafe gewesen sei, da es sich um einen Stoß und nicht um Halten gehandelt habe.
Die Kontroverse wirft erneut Fragen zur Anwendung der Video-Technologie in Schottland auf. Während der Verband auf die korrekte Regelauslegung pocht, sehen viele Beobachter hier eine Ungereimtheit, die Celtic einen möglichen Elfmeter kostete. Der Vorfall wird die Debatte über die Konsistenz von VAR-Entscheidungen weiter anheizen.