Schottische Labour-Abgeordnete fordern öffentlich Starmers Rücktritt
In der britischen Labour Party wächst der Druck auf Premierminister Keir Starmer. Auslöser ist die umstrittene Ernennung von Peter Mandelson zum Botschafter in den USA im Jahr 2024. Nun eskalieren die internen Spannungen in einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen schottischen Labour-Abgeordneten.
Der linke Parlamentarier Brian Leishman (Wahlkreis Alloa und Grangemouth) forderte Starmer direkt auf, über seinen Rücktritt nachzudenken. Hintergrund ist, dass Mandelson laut Akten Informationen aus seiner Zeit in Gordon Browns Regierung an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben hatte – eine Tatsache, die Starmer bei der Ernennung kannte.
Öffentlicher Wortwechsel unter Kollegen
Leishman argumentierte, der zurückgetretene Stabschef Morgan McSweeney stehe im Zentrum der politischen Fehler seit der Wahl und habe zur Spaltung der Partei beigetragen. „Der Premierminister sollte erwägen, McSweeney ein letztes Mal zu folgen und dasselbe zu tun“, schrieb er.
Die Abgeordnete Alison Taylor, parlamentarische Privatsekretärin beim schottischen Minister, wies dies scharf zurück. „Ohne ihn wärst du nicht gewählt worden, Brian. Es ist kein gutes Bild, immer die Regierung und jetzt die Berater zu kritisieren. Bitte, zum Wohle deiner schottischen Kollegen wie mir, lass es diese Woche gut sein“, entgegnete sie. Sie appellierte mit einem privaten Detail an ihn: „Wie ich nach 30 Jahren in der Privatwirtschaft zu sagen pflegte: Teamarbeit lässt Träume wahr werden.“
Die Kontroverse spiegelt eine tiefere Krise wider. Labour liegt in Umfragen für das schottische Parlament in Holyrood etwa zwanzig Punkte hinter der SNP. Mehrere hochrangige schottische Labour-Figuren drängen nun Parteichef Anas Sarwar, öffentlich Starmers Rücktritt zu fordern.
Sarwar als letzte Rettung?
Sie glauben, ein Eingreifen Sarwars würde den Premierminister zu Fall bringen und zugleich die Chancen der schottischen Partei bei der anstehenden Holyrood-Wahl wiederbeleben. Ein Insider sagte, Starmer stehe kurz davor, der SNP eine dritte Jahrzehnt an der Macht zu bescheren, was für Schottland und die Zukunft des Vereinigten Königreichs enorm schädlich sei.
„Anas hat fünf Jahre lang kaum einen Fehler gemacht, wurde aber ständig von Keir Starmer ausgebremst“, hieß es. Ein zweiter Insider ist überzeugt, dass Sarwar mit einer solchen Forderung das Ende für Starmer einläuten würde: „Er würde nicht überleben.“ Die Befürworter argumentieren, Sarwar sei der Einzige, der die SNP noch stoppen könne, und müsse nun im nationalen Interesse handeln. Die Einheit der Partei, so die Meinung, gehe auf Kosten von Schottlands Zukunft.