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Schottische Gemeinden melden drastischen Anstieg von Obdachlosenanträgen durch anerkannte Flüchtlinge

Die Zahl der von anerkannten Flüchtlingen gestellten Anträge auf Obdachlosenhilfe ist in Schottland innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte gestiegen. Dies geht aus neuen offiziellen Zahlen der schottischen Regierung hervor, die einen deutlichen Kontrast zum allgemeinen Trend zeigen.

Insgesamt gingen bei den Behörden zwischen dem 1. April und dem 30. September des Vorjahres 20.643 Anträge auf Wohnungslosenhilfe ein – ein leichter Rückgang um 2 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024. Auch die Zahl der Haushalte, die als obdachlos oder von Obdachlosigkeit bedroht eingestuft wurden, sank leicht.

Ein Gruppe treibt die Statistik

Doch während die Zahlen in allen anderen Bereichen zurückgingen, verzeichnete eine spezifische Gruppe einen extremen Zuwachs: Bei Personen, die nach einem erfolgreichen Asylantrag eine Aufenthaltserlaubnis (Leave to Remain) erhalten haben, schnellten die Anträge auf Obdachlosenhilfe zwischen 2024 und 2025 um 51 Prozent nach oben. Diese Gruppe stellt inzwischen 16 Prozent aller Anträge auf eine vorübergehende Unterbringung.

Die Daten zeigen auch eine Verschärfung der akuten Notlage: 2.092 Haushalte gaben an, dass jemand in den drei Monaten vor der Antragstellung auf der Straße geschlafen hatte; bei 1.487 Haushalten war dies sogar in der Nacht zuvor der Fall. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr Anstiege um 16 bzw. 24 Prozent.

Lokale Behörden machen die Wohnungspolitik der britischen Innenbehörde (Home Office) für den plötzlichen Anstieg verantwortlich. Ihrer Ansicht nach führt die Strategie, Hotels für Asylsuchende zu leeren, dazu, dass anerkannte Flüchtlinge ihre Unterkunft verlassen müssen, ohne eine neue Perspektive zu haben. „Sie erhalten die Aufenthaltserlaubnis, haben aber nirgendwo zu leben“, so die Einschätzung von Gemeindevertretern.

Gesetzeslage als umstrittener Faktor

Kritiker der schottischen Regierung unter Führung der SNP verweisen hingegen auf die vergleichsweise liberalen Wohnungslosengesetze des Landes als Teil des Problems. So wurde bereits 2012 der sogenannte „Priority Need“-Test abgeschafft, der früher eine besondere Dringlichkeit nachweisen musste. Seither kann sich jede obdachlose Person an eine Gemeinde wenden.

Zudem können Flüchtlinge in jedem Teil Schottlands Hilfe beantragen, auch ohne eine lokale Bindung zu der Region zu haben. Diese Regelung wird in der aktuellen Debatte ebenfalls thematisiert.

Die Meldung ist eine aktuelle Nachricht; weitere Informationen, Bilder und Videos werden im Laufe des Tages erwartet. Für die neuesten Entwicklungen wird auf die Social-Media-Kanäle der Redaktion verwiesen, inklusive des wöchentlichen Politik-Podcasts „Planet Holyrood“, der auf Spotify, Apple Music und dem YouTube-Kanal des Daily Record verfügbar ist.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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