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Sport

Schalkes Angriffssorgen und die riskante Hoffnung auf Dzeko

Der Tabellenführer der 2. Bundesliga steht vor einem ungewöhnlichen Widerspruch: Schalke 04 sammelt Punkte, aber Tore bleiben knapp. Nur 22 Treffer aus 18 Spielen sind für ein Spitzenteam eine magere Ausbeute – und genau deshalb ist die Verpflichtung von Edin Dzeko mehr als nur ein prominenter Name. Sie ist ein Signal, dass der Klub seine Offensive jetzt sofort verändern will.

Am Donnerstag machte Schalke den Transfer offiziell, am Freitag zeigte sich, wie groß die Erwartungshaltung ist. Rund 1.200 Fans kamen zum öffentlichen Training, um den 39 Jahre alten Stürmer erstmals im königsblauen Trikot zu sehen. Während auf dem Platz die erste Einheit lief, wurden am Vereinsgelände Tausende Trikots mit seinem Namen beflockt – die Fanshops und mobilen Stände waren zeitweise überrannt.

Trainer Miron Muslic versucht, die Euphorie zu bremsen. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) stellte er klar, Dzeko sei „gesund und absolut fit“ und werde im Kader stehen. Zugleich erinnerte er daran, dass es nicht „Edin Dzeko gegen Kaiserslautern“, sondern Schalke gegen Kaiserslautern heiße. Die Botschaft: Der Neuzugang soll helfen, aber nicht allein retten.

Ein Name, der Erwartungen weckt

Dzeko bringt eine Karriere mit, die auf Schalke bewusst als Gegenwart und nicht als Nostalgie gelesen werden soll. Der Bosnier wurde 2009 mit dem VfL Wolfsburg deutscher Meister und wechselte vor 15 Jahren von dort zu Manchester City. Es folgten Stationen bei der AS Rom, Inter Mailand und Fenerbahce Istanbul, zuletzt spielte er bei der AC Florenz. In der Toskana kam er allerdings kaum noch zum Zug – der Schritt nach Gelsenkirchen ist für ihn noch einmal ein Neuanfang.

Dass dieser Neustart sofort Wirkung zeigen soll, liegt an der sportlichen Lage. Schalke führt zwar die Tabelle an, doch die geringe Torquote passt nicht zu den Aufstiegsambitionen. Der Klub setzt darauf, dass Dzekos Erfahrung und Präsenz im Strafraum dem Offensivspiel eine neue Richtung geben.

Ob der Plan aufgeht, wird sich nicht erst in den kommenden Wochen zeigen müssen – schon gegen Kaiserslautern soll der Routinier erstmals Teil der Lösung sein. Die Kulisse und der Trikot-Ansturm haben gezeigt, wie groß die Hoffnung ist. Jetzt geht es darum, ob sie auch auf dem Platz trägt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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