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Sport

Rugbys Sechsnationenturnier startet mit Kantersieg Englands und Rückkehr von Rees-Zammit

Twickenham war am 7. Februar 2026 Schauplatz eines kraftvollen Statements der englischen Rugby-Nationalmannschaft. Zum Auftakt des Sechsnationenturniers deklassierte die Mannschaft von Coach Steve Borthwick Wales mit 48:7. Während die Engländer ihre junge „TikTok-Generation“ präsentierten, lag der Fokus der Öffentlichkeit auf einem Mann im walisischen Trikot: Louis Rees-Zammit, der nach seinem zweijährigen Ausflug in die NFL zurück auf die Rugby-Bühne kehrte.

Englands Jugend blitzt auf

Die eigentliche Nachricht des Abends war die überragende Dominanz Englands. George Ford, als Fly-Half und Mann des Spiels ausgezeichnet, zeigte sich zufrieden, aber nicht vollends saturiert. „Es war gut, so in den Wettbewerb zu starten. Größtenteils war unsere Leistung gut, aber es gibt noch eine Spur von Frustration, weil wir wissen, dass mehr in uns steckt“, sagte Ford gegenüber BBC 5 Live. Diese Haltung unterstreicht den Anspruch eines Teams, das trotz des hohen Sieges nach mehr sucht.

Symbolfigur dieser neuen Ära ist der blonde Flankenspieler Henry Pollock von Northampton. Der als „Durchbruchsspieler des Jahres“ der Premiership ausgezeichnete Youngster war bereits bei seinem Debüt im Vorjahr gegen Wales mit zwei Versen aufgefallen und hatte sich damit sogar für die British and Irish Lions-Tour nach Australien empfohlen. Sein dynamischer Stil und sein Wirken für Northampton bis ins Finale des European Champions Cup machen ihn zur Identifikationsfigur einer neuen Fangeneration.

Die Rückkehr des Prodigal Son

Die zweite Hauptgeschichte des Abends schrieb Louis Rees-Zammit. Der 25-jährige Waliser, von Coach Steve Tandy als Schlussmann aufgestellt, absolvierte sein Comeback im Nationaltrikot nach einer beispiellosen Karriere-Schleife. Nach seinem Wechsel im Januar 2024 in die NFL, wo er bei den Kansas City Chiefs und später im Trainingskader der Jacksonville Jaguars ohne Pflichtspieleinsatz blieb, kehrte er im August 2025 zum Rugby und zu den Bristol Bears zurück.

Sein NFL-Abenteuer hat ihn nach eigener Aussage verändert. „Ich habe viel über mich gelernt. Es war eine komplett andere Kultur, ein komplett anderes Spiel. Ich denke, es hat mich sehr reifen lassen“, so Rees-Zammit. Er ist 6 kg schwerer, leicht schneller und durch den Kontakt explosiver geworden. Seine legendäre Geschwindigkeit ist geblieben: Vor zwei Jahren lief er 100 Meter in 10,44 Sekunden. Bristol-Coach Pat Lam bestätigt: „Sein Tempo ist lächerlich, wirklich.“

Nicht alle Fans begrüßten seine Rückkehr mit offenen Armen. Manche kritisierten den Seitenwechsel. Rees-Zammit reagiert gelassen: „Manche nennen dich einen Versager, weil du eine andere Sportart ausprobiert hast. Dabei habe ich es einfach gewagt. Ich hatte eine verrückte Erfahrung.“ Sein Ziel formuliert er klar: „Jeden Tag aufwachen und versuchen, der beste Rugby-Spieler der Welt zu sein.“

Seine Rückkehr fällt in eine turbulente Phase für Welsh Rugby, geprägt von einer 0:73-Niederlage gegen Südafrika im Herbst und großer Unsicherheit im heimischen Spielbetrieb. Vor dem England-Spiel betonte Rees-Zammit die Bedeutung des Duells: „Selbst in harten Zeiten will man sein Bestes geben, wenn Wales gegen England spielt. Wir haben unseren Fans in den letzten Jahren nicht viel gegeben.“

Der Kontinent hält mit

Der Auftakt des Turniers zeigte, dass auch andere Nationen mit jungen Speedstars aufwarten können. Frankreichs Louis Bielle-Biarrey erreichte bei einem 50-Meter-Spurt fast 39 km/h und hat in nur 22 Länderspielen bereits 20 Versuche erzielt. Schottlands 24-jähriger Jamie Dobie punktet bei Glasgow mit seiner Vielseitigkeit. Englands schneller Immanuel Feyi-Waboso fehlt dem Turnier zwar aufgrund einer Schulter-OP, doch sein Ruf als Try-Ass (fünf Versuche in acht Tests) ist bereits gefestigt.

Mit der Rückkehr einer Symbolfigur wie Rees-Zammit und dem Aufblühen einer neuen Spielergeneration wie um Henry Pollock erhält das Sechsnationenturnier 2026 eine frische, elektrische Energie. Während England das Tempo vorgibt, sucht Wales nach seiner Identität. Die nächsten sechs Wochen verscheiden hochklassiges Rugby – und weitere Höhepunkte.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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