Rivers United verliert mit 0:3 in Kairo – Trainer benennt mentale Schwäche
Die nigerianischen Fußballmeister Rivers United haben ihren ersten Gruppenspieltag in der CAF Champions League mit einer deutlichen Niederlage begonnen. Pyramids FC aus Ägypten setzte sich am Mittwoch im 30 June Stadium mit 3:0 durch. Alle Tore des Spiels erzielte Ahmed Atef El Sayed, der damit einen Hattrick perfekt machte.
Mentaler Einbruch nach der Halbzeit
Laut Teamchef Finidi George, einer afrikanischen Fußballlegende, war nicht mangelnde Leistung, sondern mangelnde Mentalität für die schwere Niederlage verantwortlich. „Wir haben gut gespielt, aber wir waren nicht scharf genug“, sagte er nach dem Spiel. Konkret machte er „Konzentration und Angst“ für den Zusammenbruch verantwortlich. Dies wurde besonders in der 52. Minute sichtbar, als ein folgenschwerer defensiver Fehler kurz nach Wiederanpfiff das 0:1 und den Weg für die deutliche Niederlage ebnete.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft, die auch als „Stolz der Flüsse“ bekannt ist, über weite Strecken der ersten Hälfte standgehalten. Mit diszipliniertem und defensivem Spiel hielten sie den ägyptischen Serienmeister in Schach. Die wenigen eigenen Torchancen wurden jedoch nicht genutzt. Nach dem Führungstreffer spielte Pyramids FC die klassenbedingten Vorteile konsequent aus. Die Übergänge wurden lethaler und die nigerianische Abwehr geriet zunehmend in Unordnung, was Atef El Sayed für zwei weitere Tore nutzte.
Ein detailreicher Nebenaspekt war die sichtbare Frustration von Trainer Finidi George an der Seitenlinie, als er das Kapitel seiner Mannschaft live miterlebte.
Schwere Ausgangslage für die „Gruppe des Todes“
Die Konsequenz der Niederlage ist schwerwiegend: Rivers United stehen nach diesem ersten Spieltag ohne Punkte am Tabellenende der Gruppe A. Dies verschärft die Ausgangslage für die kommenden Spiele immens. Das nächste Gruppenspiel gegen RS Berkane hat nun laut Finidi George absoluten „Muss-Win“-Charakter, um die Hoffnungen auf das Erreichen des Viertelfinals überhaupt am Leben zu erhalten.
Die Partie diente für den Verein aus Port Harcourt als eine ernüchternde Standortbestimmung. Der Unterschied zu den finanziell besser ausgestatteten und taktisch eingespielteren Top-Teams Nordafrikas in Sachen Ressourcen, technischer Qualität und Spielmanagement wurde in der zweiten Halbzeit schonungslos offengelegt. Die große Frage ist nun, ob sich die Mannschaft psychologisch von diesem klaren Rückschlag erholen kann. Für Trainer Finidi besteht kein Spielraum mehr für Fehler. Um in der sogenannten „Gruppe des Todes“ zu überleben, muss das Team laut ihm seine Angst ablegen und vor allem seine Chancenverwertung deutlich verbessern.