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Sport

Rangers verpassen Chance, Hearts nähern sich historischem Titel

Ein müder Auftritt der Rangers bei Hibernian in Edinburgh hat die Titelambitionen von Trainer Danny Rohl einen schweren Dämpfer versetzt. Das 0:0 am Easter Road ließ die Mannschaft nicht nur den zweiten Tabellenplatz an die siegreichen Celtics verlieren, sondern offenbarte erneut mentale und qualitative Defizite im Kader.

Die Gelegenheit, nach dem Aufstieg in die Spitzengruppe den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen, wurde nicht genutzt. Stattdessen boten die Rangers eine „lasche und energielose“ Leistung, wie es in Beobachterkreisen hieß, und hatten gegen eine geschwächte Hibs-Mannschaft sogar Glück, nicht zu verlieren.

Transferfenster schließt sich – Zeit für Rohl läuft ab

Besonders die Offensive um die Neuzugänge Andreas Skov Olsen und Youssef Chermiti blieb ohne jede Durchschlagskraft. Einziger Lichtblick war der eingewechselte Teenager Mikey Moore, dessen Treffer nur wegen Abseits aberkannt wurde. Dass ausgerechnet ein Leihspieler von Tottenham den nötigen Kampfgeist zeigte, wird am Ibrox als alarmierendes Zeichen gewertet.

Die Situation verschärft den Druck auf den amerikanischen Eigentümer Andrew Cavenagh, der weniger als 24 Stunden vor Schließ des Transferfensters dringend Verstärkungen für den Titelkampf beschaffen muss. Beobachter fragen, ob der Vorstand dem Trainer für die verbleibenden Schlachten bis Mai die nötige „Feuerkraft“ liefern kann oder ihn mit einer „Wasserpistole“ in einen „Gefecht“ schickt.

Während Rangers und Celtic sich gegenseitig Punkte schenken könnten, festigt sich unterdessen ein dritter Anwärter auf die Meisterschaft: Heart of Midlothian unter Derek McInnes.

Hearts träumen von Leicester-Moment

Der klare 3:0-Auswärtssieg der Hearts bei Dundee United am Samstag unterstrich erneut ihre Seriosität als Titelkandidat. Sollte es McInnes gelingen, die Krone an den Tynecastle zu holen, würde dies eine historische Leistung darstellen. Zuletzt gelang es 1985 einem Trainer außerhalb von Celtic und Rangers – damals Alex Ferguson mit Aberdeen –, die schottische Meisterschaft zu gewinnen.

Vergleiche werden zum Märchen von Leicester City 2016 gezogen, aber auch zu den jüngeren Triumphen von Bayer Leverkusen unter Xabi Alonso oder Union Saint-Gilloise in Belgien. Die Beteiligung von Tony Bloom, dem Eigentümer von Brighton und Mitbesitzer der Hearts, an letzterem Erfolg lässt die Ambitionen in Edinburgh umso plausibler erscheinen.

Für die Rangers hingegen beginnt die Situation, sich wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu wiederholen – ein frustrierender Kreislauf aus verpassten Chancen und mangelnder Entschlossenheit in entscheidenden Momenten, der den amerikanischen Investor Cavenagh vermutlich „die Haare raufen“ lässt. Die letzten Stunden des Transferfensters werden zeigen, ob der Club noch die Wende schaffen kann.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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