Pistons setzen auf neu gemischten Kader für den Playoff-Endspurt
Die Detroit Pistons stehen mit einem Rekord von 37 Siegen und 13 Niederlagen an der Spitze der Eastern Conference. Dieser überraschende Erfolg in der Saison 2025/26 wirft nun die Frage auf, ob das Team für einen tiefen Playoff-Lauf gerüstet ist. Die Antwort sucht die Franchise in einer Mischung aus jungen Talenten und einem entscheidenden Tauschgeschäft zum Deadline-Termin.
Ein Tausch für mehr Optionen
Die zentrale personelle Weichenstellung erfolgte kurz vor dem Handelsende. Die Pistons schickten Guard Jaden Ivey zu den Chicago Bulls und erhielten im Rahmen eines Dreier-Geschäfts Kevin Huerter von den Sacramento Kings und Dario Šarić. Zudem tauschten sie einen First-Round-Pick für 2026 mit den Minnesota Timberwolves. Team-Präsident Trajan Langdon begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, mehr „Spacing“ und Ballbehandlung ins Team zu bringen. „Wir wussten, wir brauchten mehr Platz auf dem Feld. Wir dachten, Kevin würde das bieten“, sagte Langdon.
Der Wechsel markiert das Ende von Iveys Zeit in Detroit, die von einem verheißungsvollen Saisonstart 2024/25 geprägt war, ehe ein Beinbruch ihn ausbremste. Trotz einer Karrierebestmarke von 37,2% bei Dreipunktewürfen in dieser Saison fand er nach seiner Rückkehr nur eine geringere Rolle vor.
Mit Huerter hoffen die Pistons, ihre Schwächen im Halbfeld-Angriff und bei der Dreierquote zu adressieren. Die größte Frage im Team bleibt jedoch weiterhin ungelöst: Wer wird zum zweiten Star neben Cade Cunningham, vor allem wenn dieser in den Playoffs doppelt gestellt wird? Huerter gilt nicht als diese „Nummer 2“, die das Team in den absoluten Titelfavoriten-Status heben würde.
Der unerwartete Aufsteiger
Während der Tausch für Schlagzeilen sorgte, vollzieht sich im Hintergrund eine bemerkenswerte Entwicklung. Der undraftete 24-jährige Guard Daniss Jenkins, der 2024 von der St. John’s University kam, hat sich zu einem unverzichtbaren Rotationsteil hinter Cunningham gemausert. Nach nur sieben Einsätzen in der Vorsaison nutzte er seine Chance in dieser Spielzeit, unter anderem mit einem herausragenden 24-Punkte-Spiel gegen die Washington Wizards im November.
Langdon lobte den Werdegang: „Er hat sich den Hintern aufgerissen.“ Jenkins selbst äußerte im Januar sein Ziel: „Ich habe schon lange gesagt, dass ich in diese Liga gehöre. Ich brauchte nur eine Gelegenheit, und die hat mir diese Organisation gegeben.“ Der Club plant, ihn von einem Two-Way- in einen Standardvertrag umzuwandeln, wofür ein Listenplatz frei gemacht werden muss. Šarić, der das Team noch nicht erreicht hat, gilt als wahrscheinlichster Kandidat für einen Abgang.
Jenkins‘ Aufstieg ist ein Beweis für den Entwicklungsansatz der Pistons. Langdon hatte bereits am Media Day am 29. September 2025 betont, dass die Hoffnung sei, dass die Verbesserung der jungen Spieler und mehr Siege Hand in Hand gehen. Bislang ist dieser Plan aufgegangen, angetrieben von einer der beiden besten Defensiven der Liga. Der Angriff hingegen, besonders im Halbfeld, hinkt hinterher und rangiert laut „Cleaning The Glass“ nur auf Platz 20 der Liga.
Die Erinnerung an das Playoff-Aus der Vorsaison ist präsent – eine 2:4-Erstrunden-Niederlage gegen die New York Knicks, geprägt von späten Offensivproblemen. „Die Hoffnung ist, dass wir uns die Chance geben, im Postseason einige wirklich bedeutsame Basketballspiele zu bestreiten“, so Langdon über das aktuelle Ziel. Für den finalen Anlauf setzt Detroit weiter auf seine Identität: „Ich denke, unsere Identität war schon immer die Defense“, betonte der Team-Präsident. Die kreative Suche nach Wegen, auch in entscheidenden Momenten zu punkten, wird über den weiteren Verlauf der vielversprechenden Saison entscheiden.