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Sport

Pacers setzen auf Draft-Lotterie, Jazz wollen Negativserie stoppen

Bei der Partie zwischen den Indiana Pacers und den Utah Jazz am Dienstagabend im Gainbridge Fieldhouse stand weniger der sportliche Wettkampf im Vordergrund als die Namen auf der Ausfalliste. Vor dem Hintergrund der nahenden Trade Deadline und enttäuschender Saisonbilanzen zeigten beide Franchises ihre Prioritäten klar auf.

Utah mit der dringlicheren Mission

Während die Jazz mit 15 Siegen und 35 Niederlagen dringend eine Trendwende suchten, agierten die Pacers (13-37) bereits mit eindeutigem Blick auf die Zukunft. Utah wollte eine Serie von sechs Niederlagen in Folge beenden, eine Aufgabe, die angesichts der schlechtesten Defensivwertung der Liga (127 zugelassene Punkte pro Spiel) schwierig genug war. Die Jazz kamen mit einer Ausbeute von nur fünf Siegen in 23 Auswärtsspielen nach Indianapolis.

Die Pacers hingegen deklassierten ihre Rotation bewusst. Fünf Schlüsselspieler wurden ausgeschlossen: Der All-Star Pascal Siakam und Bennedict Mathurin wurden ausgeruht, Aaron Nesmith (Handgelenk), Andrew Nembhard (Rücken) und T.J. McConnell (Knie) fehlten verletzungsbedingt. Center Micah Potter fiel mit einer Hüftprellung aus. Damit fehlten Indianas vier beste Punktesammler – Siakam (23,8), Mathurin (17,8), Nembhard (17,3) und Nesmith (13,9) – sowie der wichtige Bankspieler McConnell. Die langfristigen Ausfälle von Tyrese Haliburton (Achillessehne) und Obi Toppin (Stressfraktur) verschärften die Situation.

Die Strategie ist nicht neu: Bereits im Januar hatte Indiana gegen Detroit eine ähnlich dezimierte Aufstellung eingesetzt und mit 78:121 deutlich verloren. „Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Pacers verstanden haben, dass sie einem Top-Five-Draft-Pick näher sind als den Playoffs“, kommentierte Dustin Dopirak vom IndyStar.

Dünne Kader und eine erwartete Offensivschlacht

Auch Utah hatte mit personellen Engpässen zu kämpfen. Der vielversprechende Rookie Keyonte George (Knöchel) und der seit Oktober ausfallende Walker Kessler (Schulter) fehlten. Kevin Love war krankheitsbedingt angeschlagen, während Kyle Anderson und Georges Niang laut Berichten Teil eines anstehenden Handels für All-Star Jaren Jackson Jr. waren und nicht zur Verfügung standen. Einzige positive Nachricht: Jusuf Nurkic, ebenfalls zuvor krank, wurde kurzfristig spieltauglich erklärt.

Angesichts der schmalen Kader und der defensiven Schwächen beider Teams erwarteten viele Beobachter ein hochpunktespiel. Die Wettanbieter setzten die Jazz mit einer leichten Favoritenrolle von -2 bis -2,5 Punkten an, die Gesamtpunktzahl wurde bei 232,5 angesetzt. Das Prognosemodell von SportsLine, das die Begegnung 10.000 Mal simulierte, sah Utah vorne und prophezeite Lauri Markkanen durchschnittlich 24,6 Punkte. Ein Analyst von Covers.com verwies auf das erste Saisonduell, das Utah mit 152:128 gewann – ein Gesamtergebnis von 280 Punkten. „Ich erwarte heute Ähnliches“, so die Begründung für eine Wette auf „Over“.

Der Fokus lag somit auf den Ersatzspielern. Bei Indiana rückten Namen wie Quenton Jackson, Ben Sheppard, Johnny Furphy, Jarace Walker und Jay Huff in den Vordergrund. Utah setzte auf Brice Sensabaugh, der in sechs seiner letzten neun Spiele mindestens 16 Punkte erzielt hatte, und natürlich auf Lauri Markkanen.

Das Spiel war mehr als nur ein weiterer Saisontermin. Es war eine Momentaufnahme zweier Franchises im Umbruch. Die Pacers konzentrieren sich offen auf die Draft-Lotterie, während die Jazz mit dem geplanten Transfer für Jaren Jackson Jr. ihr Team neu ausrichten. Für die Zuschauer in Indianapolis bot sich ein Blick in die Zukunft: Es ging um Auditions, Experimente und die Entwicklung junger Talente. Der eigentliche Kampf um die Zukunft der Teams würde erst nach dem Schlusspfiff weitergehen – in den Draft-Büros und bei den Planungsgesprächen der Franchise-Verantwortlichen.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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