Mallorca gegen Sevilla: Ein Duell mit existenziellen Konsequenzen
Palma de Mallorca – In einem für beide Seiten existenziellen Duell traf der RCD Mallorca am Montagabend im ausverkauften Mallorca Son Moix Stadium auf den FC Sevilla. Das Spiel zwischen dem Tabellen-18. und dem 14. war weit mehr als eine normale Begegnung in der spanischen Liga; es war ein direkter Kampf um den Verbleib in der ersten Liga.
Starstürmer als Schlüsselfiguren
Die Aufmerksamkeit lag vor dem Anpfiff vor allem auf zwei Akteuren: Vedat Muriqi für Mallorca und Akor Adams für Sevilla. Muriqi, der mit 13 Saisontreffern für 58 Prozent der Tore seines Teams verantwortlich zeichnet, ist der unumstrittene Leader der Balearen. Nur Kylian Mbappé hat in Europas Top-Ligen in dieser Saison mehr Tore erzielt. Auf Sevillas Seite setzt Trainer Matías Almeyda nach dessen Rückkehr von der Afrika-Meisterschaft auf die Form von Akor Adams. Der Stürmer erzielte drei Tore in den letzten zwei Spielen und beendete damit eine torlose Durststrecke seines Klubs.
Die taktische Ausrichtung der Teams könnte unterschiedlicher kaum sein. Unter Trainer Jagoba Arrasate setzt Mallorca auf einen direkten Stil, der sich auf lange Bälle und Flanken konzentriert, um Muriqi in Szene zu setzen. Sevilla hingegen versucht, das Spiel mit einem besseren Schussverhältnis von 1,4 pro Partie zu kontrollieren, das fünftbeste der Liga. Die Statistik verrät jedoch die Schwächen beider Teams: Beide kassieren im Schnitt 1,6 Tore pro Spiel.
Verletzungen und personelle Sorgen
Die Ausgangslage war durch zahlreiche Ausfälle geprägt. Bei Mallorca fehlte der verletzte Abwehrspieler Marash Kumbulla, während Kapitän Antonio Raíllo erst kürzlich nach einer Kieferoperation zurückkehrte. Beim FC Sevilla fehlten gesperrt Nemanja Gudelj, der verletzte Marcão sowie die Flügelspieler Rubén Vargas und Adnan Januzaj. Auch die Defensive war angeschlagen, César Azpilicueta und Tanguy Nianzou galten als angeschlagen. Ein kleiner Lichtblick für die Andalusier: Der erfahrene Alexis Sánchez war zumindest für die Bank fit.
Die Vorgeschichte spiegelte die Krise wider. Mallorca kam von einer 3:0-Niederlage bei Atlético Madrid, während Sevilla mit dem 2:1-Heimsieg gegen Athletic Bilbao wichtige Moral getankt hatte. Der öffentliche Zerwürfnis zwischen Arrasate und Ex-Kapitän Dani Rodríguez lastete weiter auf der Mannschaft, deren Spielstil viele Fans als uninspiriert kritisieren.
Laut Mark Sochon von Betfred Insights ist Mallorcas Spiel „wieder sehr direkt, wobei die Torgefahr fast ausschließlich von Vedat Muriqi ausgeht.“ Für Sevilla hofft man, dass die jüngsten Ergebnisse den Beginn einer Trendwende markieren, nachdem man alle vier Spiele ohne Adams torlos verloren hatte.
Die Wettmärchte sahen Mallorca mit einer Quote von 6/4 als knappen Favoriten, das Unentschieden wurde mit 21/10 und ein Sevilla-Sieg mit 2/1 bewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Teams treffen (BTTS), war aufgrund der defensiven Schwächen hoch. Für Sevilla brachte Mittelfeldspieler Djibril Sow mit einer Quote von 725 für ein Tor eine interessante Option, trotz eines erwarteten Torwerts (xG) von nur 0,2.
Die erwarteten Aufstellungen unterstreichen die taktischen Ansätze: Vor Mallorcas Torwart Roman sollten Maffeo, Valjent, Lopez, Mojica und Costa die Abwehr bilden, davor Mascarell und Joseph. Sergi Darder als kreativer Kopf, Jan Virgili auf dem Flügel und Muriqi an der Spitze komplettierten die vermutete Startelf. Bei Sevilla ruhten die Hoffnungen neben Adams auf Isaac Romero (drei Tore) und dem Chancegeber Gabriel Alonso Suazo Urbina.
Die Übertragung des Spiels erfolgte weltweit über ESPN Deportes, ESPN und Fubo TV. Mit dem ersten Pfiff lastete der enorme Druck der Abstiegszone auf jeder Aktion, jedes Zweikampf und jedem Torschuss in Palma. Für beide Clubs galt: In diesem Hochrisikoduell durfte man nichts auf dem Platz liegen lassen.