Liverpool sichert sich französisches Defensiv-Juwel Jacquet im Sommer-Transfercoup
Der FC Liverpool hat im Rennen um eine der begehrtesten Nachwuchsverteidiger Europas einen entscheidenden Sieg davongetragen. Der 20-jährige Jérémy Jacquet von Stade Rennes wird sich im Sommer 2026 den Reds anschließen, nachdem der Klub eine Vorabvereinbarung mit dem französischen Erstligisten getroffen hat. Die Ablösesumme soll zunächst 55 Millionen Pfund betragen und durch Bonuszahlungen auf bis zu 60 Millionen steigen.
Klare Perspektive überzeugt Spieler
Ausschlaggebend für die Entscheidung des französischen U21-Nationalspielers war nach Informationen von Sky Sports die garantierte sportliche Perspektive. Zwar hatte der FC Chelsea finanziell gleichgezogen, doch die Rückkehr von Mamadou Sarr zu den Blues und der Verbleib von Josh Acheampong ließen Jacquets Chancen auf eine Stammplatz in London schwinden. „Als klar wurde, dass Sarr zu Chelsea zurückkehren und Acheampong bleiben würde, änderte der Spieler seine Meinung und entschied sich für den Wechsel zu Liverpool“, berichtete der Sender. Bei den Reds unter Trainer Arne Slot erwartet ihn eine wichtigere Rolle.
Die persönlichen Bedingungen sind bereits abgestimmt, die medizinische Untersuchung sind für den 3. Februar angesetzt. Ein entscheidender Punkt der Vereinbarung ist, dass Jacquet die laufende Saison 2025/26 noch in Rennes beendet, wo der Klub um die europäischen Plätze kämpft. Der Innenverteidiger war eine tragende Säule und bestritt alle 18 möglichen Ligaspiele, in denen er 1.604 Minuten absolvierte – mehr Spielzeit hatte nur Torhüter Brice Samba.
Die Verpflichtung ist ein zentraler Baustein in Liverpools Strategie, den Kader mit jungen Top-Talenten zu verjüngen. Nach den Sommer-2025-Zugängen wie Florian Wirtz und Alexander Isak setzt der Klub diesen Weg konsequent fort. Die Dringlichkeit wird durch eine verheerende Verletzungsmisere in der Abwehr unterstrichen: Conor Bradley und Giovanni Leoni sind saisonaus, Joe Gomez und Jeremie Frimpong weiterhin verletzt. Nur Virgil van Dijk (34) und Ibrahima Konaté, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, sind verfügbar, was sogar zu Einsätzen von Mittelfeldspieler Wataru Endo in der Innenverteidigung führte.
Langer Weg zur großen Bühne
Jacquets Karriere ist geprägt von stetiger Entwicklung. Mit 14 kam er in die Akademie von Rennen, debütierte 2023/24 in der ersten Mannschaft und sammelte bei einem Leihgeschäft beim Clermont Foot in der Ligue 2 wertvolle Erfahrungen, wo er in 18 Spielen zweimal traf. Sein Aufstieg zum Stammspieler bei Rennes und seine konstant guten Leistungen, darbeiten 2,9 genaue lange Bälle und 4,8 Klärungen pro Spiel, weckten das Interesse mehrerer Top-Klubs. Auch Arsenal war an ihm interessiert, entschied sich dann aber für Cristhian Mosquera.
Sportlich steht Liverpool unter Druck. Als am 1. Februar 2026 sechstplatzierter Titelverteidiger liegen die Reds 14 Punkte hinter dem Tabellenführer Arsenal und zwei Punkte hinter dem viertplatzierten Manchester United im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Ein geplanter 35-Millionen-Pfund-Transfer für Marc Guéhi war im vorigen Sommer geplatzt, Guéhi wechselte schließlich zu Manchester City. Auch im Januar scheiterten Gespräche über eine Verpflichtung von Lutsharel Geertruida.
Bei Chelsea muss man nach der Absage nun alternative Defensivziele anvisieren, zumal auch bei den Londonern mit Levi Colwill und Tosin Adarabioyo zwei Innenverteidiger verletzt sind. Für Liverpool hingegen markiert der Transfer einen langfristigen Coup. Der 1,88 Meter große Jacquet wird als potenzieller Nachfolger für die alternde Defensiv-Legende Van Dijk gehandelt und soll ein Eckpfeiler der neuen Defensive werden. Sein Werdegang bei den französischen Jugendnationalmannschaften von der U17 bis zur U21 legt nahe, dass ein Sprung in die A-Nationalelf bald folgen könnte. Geplant ist, dass er im Juni 2026 zum Sommertraining bei Liverpool stößt und möglicherweise sogar bei der WM desselben Jahres für Frankreich aufläuft.
Die geplante Verpflichtung würde Jacquet zum zweitteuersten Innenverteidiger der Klubgeschichte machen – nur Virgil van Dijk selbst wurde teurer bezahlt. In einer Saison, in der Liverpool noch in drei Wettbewerben (Premier League, UEFA Champions League, FA Cup) kämpft, sendet dieser Zukunftsimpuls ein klares Signal: Der Klub baut nicht nur für die nächste Partie, sondern für eine ganze Ära.