Kranke Nittany Lions stellen sich dominanten Wolverines beim Pink Game
ANN ARBOR. Der Spitzenreiter der Big Ten trifft auf das Schlusslicht: Das heutige Basketball-Duell zwischen den Michigan Wolverines und den Penn State Nittany Lions im Crisler Center ist auf dem Papier klar verteilt. Die Besonderheit liegt im Rahmen – es ist das jährliche „Block Cancer Pink Game“ für die Brustkrebsvorsorge. Die eigentliche Dramatik könnte jedoch vom angeschlagenen Gast ausgehen, der trotz eines erschütternden 1-10-Konferenzbilanz zuletzt einen Sieg einfror und den Top-Klassen der Liga bereits mehrfach gefährlich nahekam.
Personalmisere trifft auf Titelambitionen
Penn State kommt mit einem Rucksack voller Probleme nach Ann Arbor. Die Nittany Lions rangieren laut KenPom auf dem letzten Platz der Big Ten und landesweit nur auf Rang 129. Die Verletzungsliste ist lang: Der vielversprechende Kroate Ivan Juric (Krankheit) und der Dreier-Spezialist Eli Rice (45,9% Dreierquote, Kopfverletzung) werden als „day-to-day“ geführt. Die Reservespieler Saša Ciani (Knöchel) und Tibor Mirtić (Schulter) fehlen. Beim letzten Spiel gegen Minnesota verfügte Trainer Mike Rhoades nur über sieben einsatzfähige Stipendiaten und verzichtete über zwölf Minuten auf eine Auswechslung.
Dennoch brachte ein letzter Sekundentreffer gegen Minnesota (77:75) nach acht Niederlagen in Folge den ersten Konferenzsieg. Freddie Dilione V erzielte dabei 25 Punkte. „Sie haben viele Top-Teams knapp verloren. Sie waren immer dicht dran“, sagte Michigan-Coach Dusty May diese Woche. Die enge 74:76-Niederlage gegen Michigan am 6. Januar und knappe Spiele gegen Michigan State (72:76) und Purdue (85:93) unterstreichen diese Einschätzung.
Offensiv kann Penn State mit Top-100-Werten bei der Zwei-Punkt-Quote (55,8%) und geringem Ballverlust überzeugen. Die große Schwäche ist die Verteidigung, die Gegnern 37,8% Dreier- und 58,9% Zwei-Punkt-Quote erlaubt – Werte im nationalen Negativbereich.
Michigan als überwältigender Favorit
Den Wolverines hingegen läuft nahezu alles nach Plan. Mit einer Bilanz von 20:1 (10:1 Big Ten) liegen sie nur einen halben Spieltag hinter der Konferenzführung. Sie kommen von zwei Siegen gegen Top-10-Mannschaften (Nebraska, Michigan State). Das KenPom-Modell gibt ihnen eine 99%-Siegeschance und projiziert einen 94:67-Erfolg. Michigan ist mit einer 25,5-Punkte-Favoritenrolle und ihrer tiefen Bank, die im ersten Duell 33 Punkte beisteuerte, klar im Vorteil.
Die Schlüsselspieler für Penn State sind der verletzungsgeplagte Top-Rookie Kayden Mingo (14,1 Punkte/Spiel) und der erfahrene Freddie Dilione V (13,9 Punkte/Spiel). Ihr größtes Potential entfalten die Nittany Lions mit einer „Five-Out“-Aufstellung, die Michigan früher Probleme bereitete – falls Ivan Juric spielen kann.
Der Anpfiff ist für 18:30 Uhr ET angesetzt. Die Übertragung läuft auf FS1 mit den Kommentatoren Connor Onion und Bill Raftery. Streams sind über FuboTV, DirecTV und SlingTV verfügbar, oft mit kostenlosen Testphasen.
In der Big Ten kann jedoch jede Partie überraschend enden. Während Michigan um die Meisterschaft kämpft, geht es für Penn State um Respekt. Die Wolverines dürfen sich vor ihrem pinkfarbenen Heim-Publikum keine Nachlässigkeit erlauben, während die Nittany Lions versuchen, ihren neugewonnenen Momentum zu nutzen und den Favoriten zu ärgern.