Guardiola überrascht mit Nunes als Rechtsverteidiger: Citys taktisches Experiment gelingt
Manchester City hat eine neue Lösung für die Rechtsverteidiger-Position gefunden – und sie kommt aus dem eigenen Mittelfeld. Matheus Nunes, der 2023 für 53 Millionen Pfund vom FC Wolverhampton verpflichtet wurde, hat sich unter Pep Guardiola zum Stammspieler auf der rechten Abwehrseite entwickelt. Dieser ungewöhnliche Positionswechsel bestimmt die aktuelle Saison des englischen Meisters.
Auslöser war der Wechsel von Kyle Walker zu AC Milan, der eine Lücke in der Defensive hinterließ. Guardiola, bekannt für innovative taktische Anpassungen, vertraute dem 27-jährigen Portugiesen diese Rolle an. „Matheus kann ein unglaublicher Rechtsverteidiger sein“, sagte der City-Trainer. „Er ist ein Sechser mit unglaublicher Physikalität im Zurücklaufen. Wenn er konzentriert ist, kann er einer der Besten werden.“
Vom Mittelfeld-Profi zum Defensivpfeiler
Die Wandlung des einstigen Mittelfeld-Talents ist bemerkenswert. Nunes, der kürzlich seinen 100. Pflichtspieleinsatz für City erreichte, hat in dieser Saison bereits 29 Spiele in allen Wettbewerben bestritten. Seine Zuverlässigkeit verdrängte sogar den jungen Rico Lewis auf die Bank. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall bei den Niederlagen gegen Manchester United und Bodo/Glimt fehlte er der defensiv oft improvisierten Mannschaft deutlich.
Der Weg zur Stammposition war nicht linear. Guardiola testete den vielseitigen Portugiesen zuvor auch als Linksverteidiger in einer Niederlage gegen Manchester United im Dezember und sogar als Flügelspieler bei einer 2:0-Pleite in Liverpool. Doch der Durchbruch kam mit dem Rechtsverteidiger-Experiment im Januar-Sieg gegen Brentford.
„Es ist erstaunlich, es ist eine Freude“, äußerte sich Nunes gegenüber Sky Sports über seine Zeit in Manchester. Seine Leidenschaft und Anpassungsfähigkeit haben die Klubführung überzeugt. Ursprüngliche Pläne, nach Walkers Abgang einen neuen Rechtsverteidiger zu verpflichten, wurden vorerst auf Eis gelegt.
Mehrfache Herausforderungen und Transferaktivitäten
City kämpft Anfang Februar 2026 weiterhin um Titel auf vier Fronten. Ein jüngstes Unentschieden gegen Tottenham, bei dem City einen späten Führung aus der Hand gab, unterstrich jedoch die fehlende Konstanz über 90 Minuten. Guardiola mahnte: „Wir haben einen guten Momentum, aber nicht die Beständigkeit für 90 Minuten. Unsere Mentalität ist richtig, das wird uns stabil machen.“
Parallel zum sportlichen Geschehen war der Klub im Januar-Transferfenster aktiv. Die Verpflichtungen von Angreifer Antoine Semenyo und Verteidiger Marc Guehi stehen der Abgabe von Oscar Bobb zu Fulham für 27 Millionen Pfund gegenüber. Torhüter Stefan Ortega Moreno wechselte zunächst ablösefrei zu Nottingham Forest, in einem Deal der bis zu 500.000 Pfund wert sein könnte.
Für Nunes eröffnet die gelungene Transformation neue Perspektiven. Seine starken Leistungen machen ihn zum Anwärter auf einen Startplatz im portugiesischen Team bei der kommenden FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Zunächst steht jedoch ein schwieriges Auswärtsspiel bei Aston Villa an, wo City seit 2021 nicht mehr gewann. Die Mannschaft geht jedoch mit einer Serie von neun ungeschlagenen Spielen in die Partie, darunter ein 2:0-Mittwochssieg gegen Villarreal.
Guardiola bleibt bei seiner Philosophie, bei der Positionsbezeichnungen weniger zählen als Anpassungsfähigkeit und Teamgeist. Nunes verkörpert diese Haltung und hat sich damit einen festen Platz im Ensemble des Meisters gesichert. Sein Aufstieg zum vielseitigen Defensivspieler ist ein zentraler Baustein für Citys anhaltende Ambitionen in dieser Saison.