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Sport

Fußball-Ligen starten Spiele eine Minute später für lebensrettende Kampagne

In einem bemerkenswerten Schritt beginnen alle Spiele der English Football League (EFL) an diesem Wochenende genau eine Minute später als üblich. Die ungewöhnlichen Anstoßzeiten wie 20:01 Uhr sind Teil einer breit angelegten Initiative zur Bewusstseinsbildung.

„Every Minute Matters“: Symbolik für ein Lebensretter-Thema

Hinter der Aktion steckt die Kampagne „Every Minute Matters“ (Jede Minute zählt), eine Partnerschaft zwischen dem Wettanbieter Sky Bet und der British Heart Foundation (BHF). Ziel ist es, Fußballfans dazu zu ermutigen, lebensrettende Wiederbelebungsmaßnahmen (CPR) zu erlernen. Die symbolische Verschiebung um eine Minute soll die kritische Bedeutung der ersten Minute nach einem Herzstillstand unterstreichen.

Die EFL gab bekannt, dass die Kampagne ursprünglich bis Mai 2025 270.000 Menschen dazu bewegen wollte, mit dem kostenlosen CPR-Tool „RevivR“ der BHF zu lernen. Dieses Ziel wurde bereits weit übertroffen: Aktuell haben sich über 450.000 Personen angemeldet. Aufgrund dieses Erfolgs wurde das Ziel für Februar 2026 auf 500.000 Teilnehmer erhöht.

Die verspäteten Anstoßzeiten wurden bereits in den Play-off-Finals der letzten Saison genutzt und setzen sich nun im gesamten Spielbetrieb fort. Das Donnerstagsspiel in der League Two zwischen Accrington Stanley und Salford City (1:0) startete bereits um 20:01 Uhr. Das Londoner Derby zwischen Charlton Athletic und Queens Park Rangers am Freitag folgte demselben Muster.

Tom Lockyer als Botschafter mit eigener Geschichte

Ein zentrales Gesicht der Kampagne ist Bristol Rovers-Verteidiger Tom Lockyer. Der Profi erlitt im Play-off-Finale 2023 zwischen Luton Town und Coventry City einen Zusammenbruch aufgrund von Vorhofflimmern. Später im selben Jahr erlitt er während eines Premier-League-Spiels gegen Burnley einen Herzstillstand. Diese persönlichen Erfahrungen machen ihn zum glaubwürdigen Botschafter.

„Ich war nur einer von mehr als 30.000 Menschen, die jedes Jahr im Vereinigten Königreich einen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses erleiden“, sagte Lockyer. „Ich habe Glück, heute am Leben zu sein, aber die Realität ist, dass normalerweise weniger als 1 von 10 Menschen überlebt. Deshalb ist es lebenswichtig, dass wir das Bewusstsein weiter schärfen. Die symbolischen Anstoßzeiten sind der perfekte Weg, um unsere lebensrettende Botschaft unübersehbar zu machen.“

Mit der Aktion nutzt der Fußball einmal mehr seine Reichweite, um auf ein wichtiges Gesundheitsthema aufmerksam zu machen. Die ungewöhnlichen Spielzeiten sollen Fans nicht nur verwundern, sondern auch zum Handeln anregen – im Idealfall weit über das Stadion hinaus.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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