Früherer Celtic-Trainer Deila verteidigt umstrittenen Wechsel zu israelischem Klub
Der norwegische Fußballtrainer Ronny Deila hat den Druck aus seiner Heimat zurückgewiesen, nachdem er zum Cheftrainer von Maccabi Tel Aviv ernannt wurde. Seine Entscheidung, den Posten beim israelischen Rekordmeister anzunehmen, hat in Norwegen, einem lautstarken Kritiker der israelischen Politik im Palästina-Konflikt, für erhebliche Kontroversen gesorgt.
„Ich bin kein Politiker“
Bei seiner Vorstellung bezog der 50-Jährige klar Stellung. „Ich bin kein Politiker und ich denke nicht, dass Sport und Politik vermischt werden sollten. Das ist alles, was ich zu diesem Thema zu sagen habe“, erklärte Deila. Er konzentriere sich ausschließlich auf den Fußball. Die neue Rolle biete ihm eine spannende Chance, da er zuvor noch nie in Israel war oder gegen eine israelische Mannschaft gespielt habe.
Deila, der vor zehn Jahren Celtic Glasgow verließ und seitdem Stationen wie den New York City FC, Standard Lüttich und Atlanta United betreute, wird von Kenny Miller, einem ehemaligen Old-Firm-Stürmer aus Schottland, als Assistenztrainer unterstützt. Norwegen hat derweil einen vollständigen diplomatischen Boykott gegen Israel verhängt.
Kurzfristiger Deal mit Option auf Zukunft
Sportlich sieht der Trainer die Aufgabe klar: „Wenn man bei einem Klub wie Maccabi Tel Aviv ist, ist die Meisterschaft das Ziel“, sagte Deila. Er räumte ein, dass es derzeit eine Lücke in der Tabelle zu schließen gelte und man die Verfolgerrolle habe. Der Eindruck des Klubeigentümers und die Qualität der Spieler hätten ihn überzeugt.
Der Vertrag läuft zunächst nur bis zum Ende der laufenden Saison. „Wenn die Dinge so zusammenkommen, wie wir denken, dann wird es eine Fortsetzung geben“, so Deila. Diese kurzfristige Vereinbarung sei gemeinsamer Konsens.
Der Trainer betonte seine Freude über den Wechsel zu dem seiner Ansicht nach größten Verein Israels und seine Vorliebe für Arbeiten unter hohen Erwartungen. Die Kritik aus der Heimat lässt er hingegen nicht gelten und beharrt auf einer Trennung von Sport und Politik.