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Der gläserne Sportler – Datensicherheit bei Sportuhren

Selbstoptimierung ist der große Trend bei Sportlern: Ihre Fitnessuhren zeigen genau auf, wie schnell, wie weit, wie intensiv sie gelaufen, geradelt oder geschwommen sind. Doch was passiert eigentlich mit den Daten?

Jeder Schritt und jede Kalorie wird gezählt, jedes Nickerchen aufgezeichnet: Fitnessdaten ähneln immer mehr Gesundheitsdaten. Was auf der einen Seite schön ist, weil Sportler aufgrund der Analysen noch gezielter und effektiver trainieren und regenerieren können. Man kann sogar Überlastungen vermeiden, da viele Fitnessuhren auch die Herzvariabilität messen können. Fitnessuhren, Tracker, Wearables, sind also ziemlich nützlich.

Was passiert mit den Daten?

Doch die wenigsten machen sich wirklich Gedanken darüber, was eigentlich mit den ganzen Daten passiert, die sie mit ihren Fitnessuhren sammeln. Wer hat Zugriff auf diese sensiblen Daten? Was machen die Hersteller meiner Fitnessuhr mit diesen Daten? “Ich glaube die wenigsten Leute sind sich bewusst, dass ihre Daten unsicher sind. Heute geben Leute ihre Daten direkt an Clouds, das heißt, es geht ins Internet über irgendeinen Server. Und dann fängt das Problem an: Ich habe keine Kontrolle mehr, was mit diesen Daten auf dem Server passiert. Die einzige Maßnahmen dagegen ist die Verschlüsselung”, erklärt Professor Roger Abächerli vom Institut für Medizintechnik der Hochschule Luzern.

Fitness-Uhren-User muss viel von sich preisgeben

Die meisten Hersteller von Fitnessuhren verlangen von ihren Usern bei der Anmeldung den Klarnamen. Ob man will oder nicht – man muss ihn angeben, kritisiert Läuferin Antje: “Ich habe dann versucht, nicht den Klarnamen reinzuschreiben, aber man scheitert dann, bei einer Mail, wo dann das Programm sagt, das sind Sie nicht. Es ist blöd, die Technik zwingt einen viel von sich preiszugeben.”

Verbraucherzentralen beobachten den Umgang mit Daten mit Sorge. “Man muss sich schon bewusst machen, dass es sich hier nicht um Sportdaten geht, sondern um Gesundheitsdaten. Und Google drängt in anderen Ländern sehr stark auf den Markt und hat schon viele Zugriffe auf Patientendaten, zum Beispiel in den USA und in Großbritannien. Und wenn man weiß, dass da ein großer wirtschaftlicher Nutzen dahintersteht für viele Akteure, da sollte man doch sehr vorsichtig sein und sich das Ganze überlegen. Ob man seine Daten, auch wenn es sich nur um Sportdaten geht, teilen will mit diesen großen Unternehmen”, sagt Julia Berger, Rechtsreferentin in der Verbraucherzentrale München.

“Wir fordern ein Mindestmaß an Qualitätskriterien für diese Produkte und auch eine Transparenz, welche Daten zu welchen Zwecken an welchen Akteuren weitergegeben werden.” Julia Berger, Verbraucherzentrale München

Schweizer Unternehmen geht andere Wege

Ein junges Schweizer Unternehmen entwickelt ein Wearables, das auf jeder Ebene die Daten verschlüsselt. Das Gerät wurde im Rahmen der ISPO vorgestellt und soll im Frühjahr 2021 auf den Markt kommen.

“Wir drehen den Spieß um, wir sagen, Du entscheidest selbst, welche Daten Du teilst , wenn Du sie denn teilen willst.” Patrick Lambertz, CEO