Corinthians gewinnt Supercopa nach Flamengos Roter Karte
In einem von einer umstrittenen Entscheidung beeinflussten Finale hat Corinthians São Paulo den Supercopa do Brasil 2026 gewonnen. Der Traditionsclub setzte sich am 1. Februar im Estádio Mané Garrincha in Brasília mit 2:0 gegen Flamengo Rio de Janeiro durch. Die Partie, die den Auftakt der nationalen Saison markierte, entschied sich erst in der Schlussphase und nach einer roten Karte für Flamengo.
Die entscheidende Wende kam zu Beginn der zweiten Halbzeit. Nach einer VAR-Überprüfung zeigte Schiedsrichter Rafael Rodrigo Klein die rote Karte gegen Flamengos uruguayischen Angreifer Nicolás Carrascal. Der Mittelfeld-Einsatz war als hart gewertet worden und ließ den Titelverteidiger für den Rest des Spiels in Unterzahl zurück.
Spätentscheidung in der Nachspielzeit
Corinthians, das unter Trainer Dorival Júnior antrat, hatte die Führung bereits in der 26. Minute erzielt. Nach einer hereingelassenen Ecke von Matheuzinho köpfte Gustavo Henrique den Ball zurück, wo Innenverteidiger Gabriel Paulista zum 1:0 einschoss. Flamengo, das auf seinen vierten Supercopa-Titel hoffte, war vor der Pause noch zweimal knapp am Ausgleich: Ein Kopfball von Pedro wurde von Matheus Bidu auf der Linie geklärt, und ein Schuss von Carrascal wurde von Corinthians-Keeper Hugo Souza pariert.
Mit einem Mann mehr begann Corinthians, das Spiel zu kontrollieren. Flamengos Trainer Filipe Luís brachte unter anderem den neu verpflichteten Lucas Paquetá, dessen Debüt sich verzögert hatte, sowie Bruno Henrique und Everton Cebolinha. Dennoch vergab seine Mannschaft die große Chance zum 1:1, als ein Kopfball von Erick Pulgar an die Latte traf. Corinthians‘ Stürmer Yuri Alberto traf seinerseits nur den Pfosten.
Die endgültige Entscheidung fiel schließlich in der 52. Minute. Nach einer Flamengo-Attacke klärte Gustavo Henrique, und der frisch eingewechselte Kaio César legte für Yuri Alberto auf. Der Angreifer zeigte Nervenstärke und chipte den Ball über den herauslaufenden Flamengo-Torhüter Agustín Rossi zum 2:0-Endstand. Der Schiedsrichter pfiff sofort ab, ohne dass Flamengo noch anstoßen konnte.
Beide Teams mussten auf verletzte Schlüsselspieler verzichten. Bei Flamengo fehlten Danilo, Ayrton Lucas, Saúl und De la Cruz. Corinthians vermisste José Martínez und Cacá, konnte aber auf den zurückkehrenden Memphis Depay setzen, der zusammen mit Yuri Alberto im Sturm begann.
Historischer Kontext und Saisonauftakt
Der Sieg bedeutet den zweiten Triumph von Corinthians in der Supercopa nach 1991. Damals hatte der Club Flamengo ebenfalls mit 1:0 besiegt. Flamengo seinerseits hatte Corinthians im Finale der Copa do Brasil 2022 nach Elfmeterschießen bezwungen. Für Trainer Filipe Luís ist die Niederlage ein Rückschlag, besonders wegen der verpassten Chancen und der personellen Engpässe.
Die Partie wurde landesweit von Globo, SporTV, Premiere und geTV (YouTube) übertragen und leitete die Fußballsaison 2026 in Brasilien ein. Corinthians hat mit dem Titelgewinn eine erste Messlatte gesetzt, während Flamengo sich nun auf die anstehende Meisterschaft konzentrieren muss. Die Rückkehr von Lucas Paquetá und die Leistungen von Giorgian De Arrascaeta und Pedro bieten dem Team aus Rio trotz der Niederlage Anhaltspunkte für die kommenden Aufgaben.