Bulls und Celtics tauschen Vucevic gegen Simons in Finanz- und Kadermanöver
Die Boston Celtics haben ihre angespannte Center-Position durch einen Deal mit den Chicago Bulls gestärkt. Im Austausch für Guard Anfernee Simons und einen Zweitrundenpick schickten die Bulls am 3. Februar 2026 den erfahrenen Big Man Nikola Vucevic nach Boston. Der Tausch bringt beiden Franchises strategische Vorteile: den Celtics dringend benötigte Größe und Steuerersparnis, den Bulls einen jungen Scorer und ein wertvolles Draft-Asset.
Steuerersparnis und Rotationslücke als Treiber
Für die Celtics, die in der Offseason Kristaps Porzingis abgaben sowie Al Horford und Luke Kornet verloren, war die Frontcourt-Tiefe zu einem Problem geworden. Mit dem 35-jährigen Vucevic erhalten sie einen etablierten Spieler, der in dieser Saison noch 16,9 Punkte, 9,0 Rebounds und 3,8 Assists im Schnitt erzielt und mit 37,6% aus der Distanz wirft. Entscheidend waren aber auch die finanziellen Aspekte. Vucevics auslaufender Vertrag liegt bei 21,5 Millionen Dollar, Simons‘ bei 27,7 Millionen. Der Tausch senkt Bostons Gehaltsliste um etwa 6 Millionen Dollar und reduziert die erwartete Luxury-Tax-Strafe von 39,5 auf 17 Millionen Dollar. ESPN-Experte Bobby Marks wies darauf hin, dass Boston damit unter die erste Tax Apron rutscht und einen Traded Player Exception von bis zu 27,8 Millionen Dollar generiert.
Der Wechsel markiert das Ende einer Ära in Chicago. Vucevic war 2021 im Tausch für Wendell Carter Jr. und mehrere First-Round-Picks gekommen. In 378 Spielen für die Bulls erreichte er im Schnitt 18,1 Punkte und 10,5 Rebounds. „Vucevic schien keinen wirklichen Markt zu haben, und ihn ziehen zu lassen ist besser, als das Jahr mit ihm zu beenden“, kommentierte ein Analyst den pragmatischen Schritt des Managements um Arturas Karnisovas.
Bulls sammeln Assets und überladen ihr Backcourt
Für Chicago ist der Deal Teil einer umfassenden Umbauphase. Nur Stunden zuvor hatten sie bereits Kevin Huerter und Dario Saric zu den Detroit Pistons geschickt und im Gegenzug Mike Conley Jr. und Jaden Ivey geholt. Mit Simons ist das Backcourt nun extrem tief besetzt, mit Josh Giddey, Coby White, Ayo Dosunmu, Tre Jones, Ivey und Conley. Ein Analyst sagte: „Da muss noch mehr kommen. Die Bulls werden in den nächsten Wochen nicht mit einer Conley-Ivey-Simons-Giddey-Matas-Aufstellung rausgehen.“
Neben Simons erhält Chicago den günstigsten von vier Zweitrundenpicks 2026, wahrscheinlich die Auswahl der New Orleans Pelicans an Position 32. Die Bulls geben im Gegenzug einen 2027er Zweitrundenpick weiter, den sie erst kürzlich von Denver erhalten hatten. Ein Journalist aus Chicago bemerkte: „Durch Telefonate und den Einsatz ihrer finanziellen Flexibilität fanden sie einen Deal, der ihnen einen fast first-round-wertigen Pick einbrachte.“
Anfernee Simons, der im Sommer 2025 als Teil des Jrue-Holiday-Deals zu Boston kam, bringt als auslaufend vertragter Spieler eine spezifische Fähigkeit nach Chicago: Sein präzises Distanzschießen. Er traf in dieser Saison 39,5% seiner Dreier und 88,9% seiner Freiwürfe bei 14,2 Punkten im Schnitt. „Ich kann mir ein Szenario vorstellen, in dem er neben Josh Giddey Sinn ergibt, da er eine exzellente Off-Ball-Shooting-Bedrohung ist“, so ein Analyst.
Der Trade hat auch konkrete Auswirkungen auf die Fantasy Basketball Welt. In Chicago wird Jalen Smith nun die Center-Minuten übernehmen und könnte, falls die Bulls keinen weiteren Big Man hinzufügen, zu einem Top-60-Spieler avancieren. Für Boston wird Vucevic zur klaren Fantasy-Option vor Backup Neemias Queta, auch wenn seine Spielzeit aufgrund der Rotation wohl unter 30 Minuten pro Nacht bleiben wird.
Während die Celtics ihr rotierendes Ziel, einen Platz unter den Top zwei im Osten bei einer Bilanz von 31-18, verfolgen, blicken die Bulls bereits in die Zukunft. Der Tausch zeigt, wie Geschäfte am Deadline-Tag oft mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen: sportliche Verbesserung, finanzielle Flexibilität und die Sammlung von Draftkapital für die kommenden Jahre.