Briten ungeschlagen, Südkorea ohne Sieg: Curling-Doppel bei Olympia unter Druck
Die Spannung im olympischen Curling-Stadion von Cortina d’Ampezzo steigt mit jedem Stein. Nach drei Tagen im gemischten Doppel zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Während Großbritannien und die USA mit makellosen Serien die Tabellenspitze dominieren, kämpfen andere Teams ums Überleben. Besonders Südkorea steht nach einer deutlichen Niederlage am Freitag mit dem Rücken zur Wand.
Einspuriges Rennen der Favoriten
Das britische Duo Jennifer Dodds und Bruce Mouat setzte seine Siegesserie ungebremst fort. Mit einem klaren 8:2-Erfolg gegen Südkorea holten sie ihren fünften Sieg im fünften Spiel. Bereits am Vormittag hatten sie Schweden mit 7:4 besiegt. „Letztes Mal schlug jeder jeden, diesmal scheint alles den Erwartungen zu folgen“, sagte Mouat und verwies auf das unberechenbare Turnier bei den vorigen Spielen. Er schätzt, dass wohl sechs Siege nötig sein werden, um das Halbfinale zu erreichen, warnte aber: „Da viele Top-Teams sich gegenseitig schlagen, könnte es sogar mit 6:3 Siegen knapp werden.“
Ebenfalls ungeschlagen sind die US-Amerikaner Korey Dropkin und Cory Thiesse (4:0). Sie feierten am Freitag zwei wichtige Siege: Zunächst setzten sie sich in einem engen Match mit 7:5 gegen Kanada durch, wobei Thiesse den Siegstein vor begeistertem Publikum warf – darunter Rapper Snoop Dogg. Anschließend gewannen sie klar mit 8:1 gegen Tschechien.
Südkoreas Olympiaträume schwinden
Für das südkoreanische Team Kim Seon-yeong und Jeong Yeong-seok war das Spiel gegen Großbritannien die vierte Niederlage in Folge (0:4). Sie liegen damit auf dem letzten Platz. „Wir haben uns ein tiefes Loch gegraben“, räumte eine sichtlich enttäuschte Kim Seon-yeong ein. Das Team geriet früh in Rückstand und fand kein Mittel gegen die präzisen Briten.
Die Lage ist prekär: Nur die ersten vier Teams nach neun Rundenspielen erreichen das Halbfinale. Die kommenden Aufgaben sind hart: Auf das Duell mit den USA folgt ein Spiel gegen Kanada (3:1). Einzig ein Aufeinandertreffen mit der ebenfalls sieglosen Tschechischen Republik (0:4) bietet eine letzte Chance auf eine Wende. Dieses Spiel ist für beide Teams ein Muss, um noch einen Hoffnungsschimmer zu bewahren.
Italien, die amtierenden Olympiasieger, zeigten nach ihrer ersten Niederlage am Vortag gegen Kanada Charakter. Stefania Constantini und Amos Mosaner gewannen zweimal: klar mit 12:4 gegen die Schweiz in nur sechs Ends und mit 7:4 gegen Estland. „Nach der gestrigen Niederlage war es gut, heute zurückzukommen“, sagte Mosaner.
Norwegens erfahrene Medaillengewinner Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten, die mit drei Niederlagen starteten, kehrten mit einem 9:0-Erfolg gegen Schweden in den Wettbewerb zurück. Der Kampf um die vier Halbfinalplätze bleibt damit offen. Bei den Spielen in Peking 2022 reichten fünf Siege für Schweden zum Einzug. In Cortina könnte die Latte höher liegen.
Während die Favoriten ihren Kurs halten, konzentriert sich Südkorea nun auf das Brechen der Negativserie. Das bevorstehende Spiel gegen Tschechien ist mehr als ein Kampf um Ehre – es ist die Gelegenheit, den Turnierverlauf noch zu beeinflussen. In der unberechenbaren Welt des olympischen Curlings kann noch immer alles passieren, wenn am Samstag die nächste Runde beginnt.