Arteta benennt Anfängerfehler: Zu viel Taktik, zu wenig Gefühl
Mikel Arteta, der Trainer des englischen Spitzenclubs Arsenal FC, hat einen zentralen Fehler zu Beginn seiner Karriere als Chefcoach eingeräumt. In einem Interview mit TNT Sports sagte der Spanier, er habe anfangs zu stark auf taktische Instruktionen gesetzt und dabei die emotionale Verbindung zu seinen Spielern vernachlässigt.
„Der Fokus lag am Anfang wahrscheinlich zu sehr auf dem taktischen Aspekt“, so Arteta. „Das bedeutet, dass man sie vielleicht mit Informationen überfrachtet.“ Dieses Übermaß an Detailarbeit sei ein Irrweg gewesen. Stattdessen sei die entscheidende Frage: „Wenn ein Spieler etwas nicht umsetzt, warum tut er es nicht?“
Die Lektion von Arsène Wenger
Als prägenden Einfluss für seine Entwicklung nannte Arteta ausgerechnet seinen früheren Chef: Arsène Wenger. Fünf Jahre spielte Arteta unter dem französischen Legendentrainer bei Arsenal und übernahm eine zentrale Lektion in Menschenführung. „Er war wirklich gut darin, sehr klar in dem zu sein, was er wollte, aber dir gleichzeitig die Freiheit und den Raum zu lassen, auf dem Platz eigene Entscheidungen zu treffen“, erinnerte sich Arteta. Diese Balance zwischen klarer Vorgabe und individuellem Freiraum habe Wenger stets ruhig und konstant vermittelt.
Diese Erkenntnis war für Artetas eigenen Weg entscheidend. Er hatte Arsenal 2019 von Manchester City kommend übernommen, wo er Assistent von Pep Guardiola war. Es war seine erste Station als Cheftrainer. Zwar gewann er gleich in seiner ersten Saison den FA Cup, doch in der Premier League belegte der Klub zweimal in Folge nur den achten Tabellenplatz. In dieser Phase vollzog Arteta einen kompletten Umbau des Kaders und trennte sich von Stars wie Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang.
Heute, in seiner vierten Saison in Folge im Titelrennen der Liga, führt Arsenal die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an. Der Weg dorthin war auch eine persönliche Lernreise für den 41-Jährigen. Die größte Herausforderung sei heute, den richtigen Zugang zu jedem Spieler zu finden: „Wenn man eine Verbindung herstellt und versteht, wie der Spieler besser auf deine Forderungen reagiert, dann drückt man den richtigen Knopf.“ Die Kunst liege darin, dem Spieler die nötige Klarheit zu geben, warum er etwas tun solle – und so Ängste oder Zweifel zu nehmen.